Mittelmäßig

"Feuer um Mitternacht" von Gustav Ehmck. Filme mit jugendlichen Hauptfiguren, vor einigen Jahren noch eine Rarität, scheinen auf dem Vormarsch zu sein. Ehmck, der auch früher schon für die jungen Kinogänger drehte ("Der Räuber Hotzenplotz", "Mein Onkel Theodor"), erzählt von der Verstörung eines Schülers (Andreas Nützhorn), der auf den Selbstmord seines geliebten Vaters zunächst mit harmlosen Streichen reagiert und schließlich mit Brandstiftung droht Sein Opfer ist der allseits verhaßte Geldverleiher des Ortes, von dem er fälschlicherweise annimmt, daß er seinen Vater auf dem Gewissen hat. Gustav Ehmck interessiert sich weniger für die psychischen Nöte seines lakonisch widerborstigen Protagonisten, er setzt vielmehr auf die kriminalistischen Effekte dieser durchaus sympathischen Geschichte, die er jedoch so zähflüssig und betulich inszeniert hat, daß die Spannung auf der Strecke bleibt. Ausgezeichnet die Kameraarbeit von Hubs Hagen: Er hält die Atmosphäre eines friesischen Inseldorfes in sonnenlosen, ungemein präzisen Einstellungen fest, die einen mitunter sogar die viel zu aufdringlich eingesetzten Jazzklänge von Gunter Hampe vergessen lassen. Dora Klinck

"Das charmante Großmaul" von Carl Reiner ist ein Vehikel für den in den USA äußerst populären Henry Winkler, der besonders durch die Fernsehserie "Happy Days" bekannt wurde. In dieser eher lärmigen als witzigen Komödie spielt er einen jungen Möchtegernschauspieler, der sich in den fünfziger Jahren anschickt, den Broadway zu erobern. Zwar landet er auf den Brettern, aber nicht auf denen des Theaters, sondern in einem Catcherring, wo er mit blonder Langhaarperücke schließlich doch noch zum Idol ("The Loved One") avanciert. Außer einigen mild satirischen Seitenhieben auf die übliche amerikanische Erfolgssaga hat der mit liebloser Routine inszenierte Film wenig zu bieten.

Hans C. Blumenberg

"Mörderbienen greifen an" von Bruce Geller. Nachdem bereits Ratten, Hunde, Ameisen, Kaninchen, Spinnen und Frösche den Horror vor den unabsehbaren Folgen ökologischer Veränderungen zu verkörpern hatten, fallen in der jüngsten Variante des Genres aggressive Bienen über die Menschheit her. Vorboten der neuen Spezies sind die "Savage Bees" dieses billigen amerikanischen "bee"-pictures, denen bald in Billionenstärke der "Tödliche Schwarm" des Katastrophen-Spezialisten Irvin Allen folgen wird. Dem Produzenten und Regisseur Geller mangelt es freilich etwas an Phantasie, um einen einzigen Schwarm der mutierten Art als apokalyptische Bedrohung erfahrbar zu machen. So können auch Ben Johnson als Sheriff in Louisiana und Horst Buchholz als Experte aus Brasilien der an Überraschungen armen Geschichte kaum Kontur geben.

Rolf Thissen

Ärgerlich