Vögel greifen ihn an, Höhenangst macht ihm zu schaffen, böse Kindheitsträume suchen ihn heim, und selbst unter der Dusche darf er sich nicht sicher fühlen: Viel Schlimmes widerfährt dem ehrenwerten Nobelpreisträger Dr. Thorndyke, der das weltberühmte ,,Psychoneurotische Institut für sehr, sehr Nervöse" leitet, doch der erfahrene Kinogänger diagnostiziert sein Leiden alsbald als das Hitchcock-Syndrom. In einer bis in Farbgebung und Musikdramaturgie liebevoll den Originalen (von "Ich kämpfe um dich" bis zu "Psycho" und "Der unsichtbare Dritte") nachempfundenen Hommage an den Meister der subtilen Schrecken variiert und parodiert Mel Brooks Alfred Hitchcocks Ikonographie des bürgerlichen Alptraums, hetzt seinen Helden (von ihm selber gespielt) durch eine Anthologie klassischer Hitchcock-Situationen. "Höhenkoller" (High Anxiety) macht mindestens so viel Spaß wie "Frankenstein Junior": nicht nur wegen der eleganten Rekonstruktion einer legendären Kino-Welt, sondern auch und zumal wegen der spielerischen Ironie, mit der Brooks deren Tricks vorführt. Wenn die Musik dramatisch aufbraust, fährt prompt ein Bus mit dem Symphonie-Orchester von Los Angeles vorbei, und beim suggestiven Travelling der Kamera durch ein geschlossenes Fenster zerspringt sogleich die Scheibe. Einige allzu grobschlächtige Psychiater-Witze stören das Vergnügen nur unerheblich. HCB