"Ein durchgreifendes Erfolgserlebnis", sagt Dieter Monreal, habe er nicht gehabt, seit er 1976 bei der Düsseldorfer Werbeagentur HBU-Osborne Geschäftsführer wurde. Und nun muß er auch noch das Ende der 1955 gegründeten Agentur besiegeln. "Der Gang zum Konkursrichter", so Monreal, "war unausweichlich."

Das bittere Ende deutete sich an, als der langjährige Zigarettenetat der Lord Extra zum 31. März dieses Jahres verlorenging. Damals schien Monreal allerdings noch eine langsame Konsolidierung möglich. Er verdünnte seinen Mitarbeiterstab um 35 auf 45 Leute und bezog günstigere Büroräume. Doch dann schlugen die Schwierigkeiten, die die englische HBU-Mutter Osborne mit ihrer Hamburger Tochter KWA-Osborne bekam, "voll auf HBU über" (so Monreal). Quasi in letzter Sekunde übernahm die US-Agentur FCB International die Hamburger Osborne-Dependance.

Erst jüngst gingen auch noch zwei große Etats der Firma Klosterfrau verloren. Denn Kunden und Banken von HBU fürchteten um ihre Interessen, sie sahen nun eher den Schwachpunkt in der Londoner Firmenzentrale. Monreal bitter: "Aus London war nichts zu erfahren." Erfahren konnten die Düsseldorfer auch nicht, was aus den "mehreren 100 000 Mark" geworden waren, die sie in besseren Zeiten der Londoner Mutter als Darlehen überwiesen hatten. Eine zeitige Rückzahlung jedenfalls hätte die finanziellen Schwierigkeiten der Düsseldorfer schlagartig beseitigen können. Allein, aus London kam weder eine Nachricht, und schon... gar. kein Geld. Unterdes sucht die alte HBU-Mannschaft nach neuen Jobs. Geschäftsführer Monreal wird selbst nun auch auf den Markt gehen, denn: "Bislang hatte ich keine Zeit dazu."

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Für die gute Nachricht aus der Werbebranche sorgte Dieter Karp, derzeit Hauptgeschäftsführer bei, der Frankfurter Agentur Heumann, Ogilvy & Mather. Zum Jahresbeginn wird er als neuer Managing Director in Düsseldorf bei Team BBDO antreten. Ende 1977 rangiert te Team mit Etats in Höhe von zusammen rund 268 Millionen Mark unter Deutschlands Agenturen auf Platz drei, Heumann mit 142 Millionen; auf Platz neun.

Das Angebot von Team-Chef Vilim Vasata hat ihn, so Karp, "natürlich überrascht". Doch er fand genug gute Gründe für einen Wechsel an den Rhein. "Das reizvollste", so Karp, sei gewesen, "in einer doppelt so großen Agentur zu beweisen, ob ich der Sache Herr werde". Die Möglichkeit einer Beteiligung an der Agentur sei zudem "nicht zu verachten" gewesen.

Welche Lücke Karp bei Heumann hinterlassen wird, mag der bereits vor Ort weilende Karp-Nachfolger andeuten: Kein Geringerer als der Gründer des US-Mutter, David Ogilvy, ist an die kreative Front zurückgekehrt. Nach Einschätzung von Karp kommt er für drei bis vier Jahre und "gewiß in Überschätzung meiner Dimension nen". Karp-Kommentar zum HBU-Ende: "Die Haltung der Osborne-Gruppe ist zu verachten. So dürfen sich internationale Agenturen nicht verhalten."