Hier eine Million, da ein paar Hunderttaussender. Deutschlands Städte wissen schon, warum sie so lautstark gegen den Wegfall der Lohnsummensteuer protestieren. Wie, schließlich, sollen sie dann noch ihre verschuldeten Bundesliga-Klubs alimentieren?

Ob in Frankfurt, Bielefeld oder Baunatal – die zum Jammern allzeit bereiten Stadtkämmerer sind ebenso allzeit bereit, in ihre leeren Kassen. zu greifen, wenn es gilt, den nämlichen Zustand auf den Konten ihrer Fußballvereine zu beheben. Denn Fußball ist bekanntlich, das Anliegen von jedermann. Und von Jedermännern wimmelt’s ja in jeder Stadt. Wer wollte denen das Vergnügen nehmen.

Was aber machen die Klubs mit dem öffentlichen Geld? Sanieren sie sich? Aber nein. Sie sanieren ein paar Stars. Und die werden daraufhin so gesund, daß sie kaum noch laufen können.

Natürlich haben die Herren vom Deutschen Fußballbund diese Mißstände auch schon bemerkt. Und sie schimpfen auch sehr mit ihren Vereinen, den bösen. Die Lizenz wollen sie ihnen sogar nehmen. Sagen sie. Aber tun tun sie’s nicht. So kam der Steuerzahlerbund auf einen anderen Einfall: Macht Aktiengesellschaften aus den Vereinen, mit fähigen Managern, die Werdens dann schon richten.

Aber – das wäre ja noch schöner. Das riecht ja richtig nach Kommerz. Herr Jedermann ist zwar auch Steuerzahler, doch in erster Linie immer noch Sportsmann. Und das läßt er sich schon etwas kosten. rf