Ein Tarifabschluß mit Hindernissen ist nun unter Dach und Fach: der Manteltarifvertrag für die rund 17 000 Brauer in Nordrhein-Westfalen. Nachdem die stufenweise Verkürzung der Wochenarbeitszeit für Arbeitnehmer vom 56. Lebensjahr an am heftigen Widerstand des Arbeitgeberverbandes scheiterte, brachte ein Vermittlungsgespräch jetzt 28 zusätzliche freie Arbeitstage im Jahr für Beschäftigte, die länger als zehn Jahre im Betrieb und über 60 Jahre alt sind. Zwei zusätzliche Urlaubstage wurden für die über 50jährigen vereinbart. Alle Beschäftigten erhalten zudem stufenweise bis 1981 mehr Urlaub. Das Reizwort Arbeitszeitverkürzung wurde im neuen Kompromiß sorgsam ausgespart. Außerdem einigten sich die Tarifpartner auf eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 4,7 Prozent.

Die "katastrophalen biologischen Folgen" der Schichtarbeit zeigt Friedhelm Farthmann, nordrhein-westfälischen Arbeitsminister, jetzt in einer Studie auf. 66 Prozent der 2750 untersuchten Schichtarbeiter klagten über Schlafstörungen, 64 Prozent über nervöse Störungen. Auch über Gastritis und Appetitlosigkeit beschwerten sich die Arbeitnehmer häufig. Beobachtungen an ehemaligen Schichtarbeitern ergaben zudem, daß 39 Prozent an Magengeschwüren litten. Diese Krankheit war damit bei ihnen achtmal so häufig wie bei Beschäftigten im normalen Arbeitsrhythmus. Im Schichtdienst arbeiten heute rund 3,6 Millionen Menschen, das sind rund fünfzehn Prozent aller Arbeitnehmer.

Hoffnungen auf eine leichte Konjunkturankurbelung machte in diesen Tagen das ifo-Institut in München. Nachdem der Auslastungsgrad der Produktionsanlagen in der verarbeitenden Industrie jahrelang mehr oder weniger stagnierte, habe sich die Nachfrage seit einiger Zeit positiv entwickelt. Die Skepsis der Industrie über die weiteren Geschäftsaussichten sei denn auch fast vollständig gewichen.