Der Name ist Programm

Der Sowjetunion scheint, jedes Mittel recht, um Stimmung gegen den Nahost-Dreiergipfel in Camp David zu machen. Der Verhandlungsort selbst – so die sowjetische Nachrichtenagentur Tass – sei bereits Beweis genug für die proisraelische Haltung des vorgeblich ehrlichen Maklers Jimmy Carter. "Der Name Camp David ist ein Symbol", moniert Tass, weil der Davidsstern auch die israelische Nationalflagge ziere. Die Moskauer Nachrichtenagentur vergaß zu vermelden, daß Eisenhower den Präsidentenlandsitz während der fünfziger Jahre nach seinem Enkel David umbenannt hatte.

In die falsche Röhre

Kleine Ursachen, große Wirkungen: Die amerikanische Marine hat im Augenblick Gelegenheit, über diese Binsenweisheit nachzudenken. Wegen der Ungeschicklichkeit eines Matrosen mußte ihr Atom-U-Boot Swordfisch (Schwertfisch) aus dem Verkehr gezogen werden. Dem unglücklichen Seemann war ein Farbspachtel – Wert eine Mark – in eines der Torpedorohre gefallen. Das Boot mußte deshalb auf Dock gelegt werden. Höhe der Reparaturkosten: 170 000 Mark.

Hunger als Waffe

Mitarbeiter der UN-Katastrophenhilfe sind empört über die äthiopische Führung. Sie befürchten, daß Tausende von Tonnen an Nahrungsmitteln, die von den Vereinten Nationen für die Hungernden Äthiopiens bereitgestellt wurden, in falsche Kanäle geraten sind. Wie es heißt, sollen die Lebensmittel nicht an die Bedürftigen verteilt, sondern zur Verpflegung der Gäste benutzt worden sein, die sich in der vergangenen Woche zur Feier des vierten Jahrestages der Revolution in Addis Abeba aufhielten. Dem äthiopischen Regime wird außerdem vorgeworfen, bestimmten Regionen des Landes ganz bewußt internationale Hilfeleistungen vorzuenthalten, weil dort lebende Gegner der Regierung ausgehungert werden sollen.