Steter Tropfen höhlt den Stein. Erst räusperte sich der Bundeswehrminister und einstige Soldat Georg Leber, dann fing sein Nachfolger, der ungediente Hans Apel, "ernsthaft" an nachzudenken, und nun rührt der Bundeswehrverband die Trommel: Auch Mädchen und Frauen sollen dienen. Erste Umfragen ergeben zwar, daß die Mehrheit des Volkes von Mädchen in Uniform auch im Zeichen der Gleichberechtigung nichts wissen will, aber die jüngeren Jahrgänge, die nicht mehr durch Erinnerungen an Bombennächte und Blitzmädel geplagt sind, denken da unbefangener.

Die Bundeswehr braucht zur Zeit noch keinen Soldaten des zarten Geschlechts. Sie kann nicht einmal alle wehrfähigen Männer unterbringen. Aber stimmen die Hochrechnungen der Futurologen, so wird bei gleichbleibendem Geburtenrückgang im Jahr 2010 schon die halbe Bundeswehr eine Amazonen-Armee sein. Da muß sich die Hardthöhe beizeiten etwas einfallen, lassen. Den weiblichen Sanitätsoffizieren, die es längst gibt, werden sich eines Tages weibliche Radartechniker, Autofahrer, Mechaniker zugesellen. Weibliche Freiwillige warten bereits jetzt vor den Kasernentoren, dienstpflichtige werden später folgen.

So wäre denn alles in bester Ordnung? Im Grundgesetz, steht eigens vermerkt, Frauen dürften zum Dienst mit der Waffe in keinem Falle verwendet werden. Doch das grausliche Deutsch des Bundeswehrverbandes liest sich verdächtig: "Priorität besitzen bei allen Diensten die Verteidigungsleistungen." Nun, im verbündeten Amerika werden Soldatinnen schon an leichten Waffen ausgebildet, in China hantieren Schulmädchen mit. Panzerfäusten. Die emanzipierten jungen Damen hierzulande werden den wehrbegeisterten Herren künftig genau aufs Maul gehauen müssen. kj.