Ich glaube, daß der Papst in Glaubens- und Sittenlehre die Autorität ist. Er kann als Mensch schlecht sein, wie wir alle Sünder sind, aber in diesem Punkt wird er nicht in die Irre gehen, dies ist ihm vom Gott zugesichert. Daß das Papsttum die Wirren der Zeit immer überdauert hat, ist ein Zeichen dafür, daß es der "Fels" ist, wenn es auch Päpste gegeben hat, die für dieses hohe Amt nicht geeignet waren.

Helga Schneider, 17 Jahre

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Heute kann der Papst gar keine moralische Autorität mehr sein, da er und die Kirche immer hinter, der Wirklichkeit und den Tatsachen herhinken. Vor fünfzig Jahren zum Beispiel war die Feuerbestattung eine Todsünde. Als man dann aber nicht mehr wußte, wohin mit den Särgen, und die Friedhöfe überfüllt waren, war sie plötzlich erlaubt. Der wichtigste Punkt heute ist wahrscheinlich das Verbot der Pille. Die Menschen in den armen Ländern Latein-Amerikas glauben fast alle an die katholische Kirche und wagen deshalb meist nicht, die Pille zu nehmen. Infolgedessen leiden diese Länder an einer ständig wachsenden Überbevölkerung. Viele Kinder werden geboren, nur um vor Hunger. zu sterben. Die moralische Autorität des Papstes ist heute nicht mehr als ein Festhalten an überholten Dogmen und Traditionen.

Franziska Augstein, 14 Jahre

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Man macht es sich leicht, wenn man die Lösung moralischer Probleme übergeordneten Instanzen, wie beispielsweise dem Papst, überläßt. Auf diese Weise schützt man sich vor Gewissensbissen, die man nach einer eigenen Entscheidung möglicherweise hätte. Wozu solche Autoritäten Menschen treiben können, wenn sie ihre Machtstellung ausnutzen, sieht man bei einem kurzen Rückblick in die Geschichte. Hiervon kann sich gerade die päpstliche Historie nicht ausschließen, die mit ihren Dogmen weitaus mehr persönliches Leid im Volk verbreitet hat, als daß sie die Menschen glücklicher gemacht hätte. Aktuelle Beispiele hierfür sind die Haltung zum Problem der Schwangerschaftsunterbrechung oder der Pille. Sven Hagemeister, 20 Jahre