Eine "Elterninitiative Duogynon" ist in Hannover eingerichtet worden. Die Initiative, an der die Eltern eines vermutlich durch das Hormonpräparat Duogynon geschädigten Kindes beteiligt sind, versteht sich als Sammelstelle, die erst einmal eine Bestandsaufnahme ähnlich gelagerter Fälle machen möchte. Eltern mit behinderten oder mißgebildeten Kindern, die vermuten, daß die Schädigung auf eine Verabreichung von Duogynon im frühen Schwangerschaftsstadium zurückgehen könnte, werden gebeten, an die "Elterninitiative Duogynon", Postfach 51 02 51, 3000 Hannover 51, zu schreiben.

Jeder zweite sterbende Patient, das erbrachte eine Studie des Erlanger Klinikers Dr. Lothar Witzel, erklärt spontan, daß sein Ende bevorsteht. Jetzt bestätigt eine Untersuchung der Gesellschaft für Allgemeinmedizin der DDR, daß auch jeder zweite der im eigenen Bett Dahinscheidenden die aufkommenden Todesahnungen offen bekennt. 129 der 252 von einem Praktiker betreuten unheilbar Kranken rechneten mit ihrem Ableben. 25 Patienten blieben – auch auf ausdrückliche Fragen hin und wider besseres Wissen des Behandelnden – über ihren Zustand im unklaren. Die Droge Arzt freilich entfaltete nicht immer die gewünschte Wirkung: sieben der 25 nämlich verlangten trotz allem nach einer lebensverkürzenden Sterbehilfe. Nur in 40 Fällen, so ein weiteres Ergebnis der Arbeitsgruppe "Sterbesituation hausärztlich betreuter Patienten", kam der Mediziner selbst auf den erwarteten tödlichen Ausgang zu sprechen. Gleichwohl sind die Ostdeutschen dem vom hessischen Landarzt Dr. Paul Lüth für die Bundesrepublik geforderten "Programm der Begleitung des Sterbens" um einen Schritt voraus. Ihre Erkenntnisse werden bereits verwertet.