Wir treffen uns meistens im Sommer, draußen in den Stockholmer Schären. Die Nordmarks und die Karlssons, Menschen, die der Stadt entfliehen, Einsamkeit genießen, sich nicht auf die Zehen treten wollen.

In ihren Schären folgen die Schweden einem Gebot: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden: Gemeinsamkeit, wenn’s beliebt, oder Zurückgezogenheit ohne Groll. August Strindberg war es, der vor fast hundert Jahren das Paradies entdeckte: "Hemsöborna" ("Die Leute auf Hemsö) lockte die Stockholmer vor ihre Stadt, zu sehen, was Strindberg beschrieben hatte. Sie fanden ein paar Dörfer, Holzhäuser, rötlichbraun die meisten, weiße Kirchen aus Feldsteinen. Die Leute, die dort in der Stille lebten, sagten nicht viel, gingen ihrer Arbeit nach.

Den Städtern gefiel’s. Sie zogen nach draußen, wenn der Sommer kam, immer mehr, immer weiter. Vom Land setzten sie auf die Inseln über, die wie dunkle Schmucksteine in Quecksilber liegen, große wie Ljusterö, mit Straßen und Dörfern, kleine, namenlose, manchmal nur zimmergroß, mit Brombeerhecken und Vogelbeeren.

Es sind viele da aus der Stadt, seit die Autos rollen und die Straßen mit Asphalt belegt wurden. Aber irgendwie verschwinden sie alle auf Nebenwegen in versteckten Holzhäusern. Schärgarten ist groß und hat Platz für viele, gelegentlich auch für Fremde. Sie müssen sich auf ein Abenteuer einlassen: Einsamkeit. Wolfgang Jurk