Nach einem Beschluß der rhodesischen Übergangsregierung ist die Wehrpflicht des Landes auf schwarze Bewohner im Alter zwischen 15 und 50 Jahren ausgedehnt worden.

Die schwarzen Soldaten in den rhodesischen Streitkräften – bisher ausnahmslos Freiwillige – machen ohnehin bereits 80 Prozent des Mannschaftsbestandes aus. Die Wehrpflicht galt bisher jedoch nur für Weiße, Asiaten und Mischlinge. Nach den Worten des schwarzen Vorsitzenden des Exekutivausschusses der Übergangsregierung, Sithole, sollen nun auch die schwarzen Rhodesier die mit Premier Ian Smith am 3. März ausgehandelte "innere Lösung" gegen die Angriffe der Patriotischen Front verteidigen.

Mit wachsender Heftigkeit des Guerilla-Krieges in Rhodesien ist in der weißen Bevölkerung zunehmend die Forderung laut geworden, auch die Schwarzen in die Wehrpflicht einzubeziehen. Dies stieß zunächst auf erheblichen Widerstand unter den Schwarzen, da eine schwarze Mehrheitsherrschaft noch nicht hergestellt sei. Darüber hinaus sympathisieren viele Schwarze mit den Guerilla-Kämpfern der Patriotischen Front, die sie künftig als Wehrpflichtige bekämpfen sollen. lkl