Die Nationalgarde in Nicaragua hat den letzten Widerstand der "Sandinista-Befreiungsfront" gebrochen. Über 2000 Menschen kamen ums Leben.

In der zuletzt hart umkämpften Stadt Esteli bietet sich nach Augenzeugenberichten ein Bild des Grauens: Die Zahl der Toten könne nicht ermittelt werden, weil die auf der Straße liegenden Leichen von Geiern und Hunden aufgefressen werden. Das Rote Kreuz bemüht sich immer noch, Zivilisten zu evakuieren, die sich in den Häusern verschanzt haben.

Obwohl die Kämpfe beendet sind, wird von den Geschäftsleuten in der Provinz der Generalstreik weiter befolgt. Lediglich in der Hauptstadt Managua wurden die Läden "für einige Tage" geöffnet, um die Bevölkerung mit dem Notwendigsten zu versorgen.

Inzwischen hat Staatspräsident Somoza die Angebote der katholischen Kirche und der Vereinigten Staaten angenommen, Friedensgespräche zwischen ihm und der politischen Opposition zu vermitteln. Unklar bleibt jedoch, ob Somoza auch bereit ist, mit den Sandinistas zu verhandeln.

Die Aufständischen haben unterdessen im Nachbarstaat Costa Rita eine "provisorische Regierung" gebildet, um im Falle eines Rücktritts des Diktators sofort die Regierungsgeschäfte übernehmen zu können. Damit wollen die Rebellen nach den Worten ihres Sonderbeauftragten in Europa, Miguel Castaneda, angeblichen Plänen der Vereinigten Staaten zuvorkommen, Somoza durch ein Militärregime zu ersetzen: "Unser Rückzug ist strategisch, aber keine Kapitulation." ich