Daß Bausparkassen ihr Geschäft als Vorsorge für die Zukunft verstehen, ist landläufig bekannt. Daß sie aber tatsächlich auch in die Zukunft schauen können, ist ein Novum.

Nehmen wir zum Beispiel die Bausparkasse Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot. Sie verschickte an Fachleute und Journalisten, die sich dafür halten, die Einladung zu einer Vortragsveranstaltung, Thema: "Aktuelles aus dem Steuer- und Prämienrecht." Dabei lag eine Pressemitteilung, die den Verlauf des Ganzen in groben Zügen umriß. In der stand auch zu lesen: "Den mit Interesse aufgenommenen Ausführungen schloß sich eine lebhafte Diskussion an." Datum der Veranstaltung: 18, Oktober 1978.

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Nachdem der Postverwaltungsrat nun auch entschieden hat, daß die Bundespost als Anbieter von Geräten zum Fernkopieren über das Fernmeldenetz in diesem neuen Kommunikationsmarkt agieren soll, wird Wirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff den offenen Konflikt mit Postminister Kurt Gscheidle wagen müssen.

Lambsdorff ist dagegen, daß die Post da als Mitbewerber auftritt. Grund: Deren Stellung im Fernmelde-Dienstleistungssektor ist – Arm in Arm mit Siemens – so stark, daß andere Mitbewerber auf dem Gerätemarkt nur schwer Zugang finden können.

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Ob es an der Stahlkrise im allgemeinen lag oder gar an der besonderen Krise der Klöckner-Werke – auffallend war allemal, daß die Einführung des neuen Vorstandsvorsitzenden der mächtigen WirtschaftsvereinigungEisen- und Stahlindustrie, des Klöckner-Chefs Herbert Gienow, auf dem Bonner Parkett sehr spartanisch verlief. Zumindest, was die Liste der Bundesprominenz betraf.