Die Herausgeber legen Wert darauf, keine wissenschaftliche Arbeit, sondern in erster; Linie einen praktischen Leitfaden geschaffen zu haben. Diese Bescheidung darf ihnen durchaus als ein Plus angerechnet werden, denn Peter Schiwy und Walter J. Schütz füllen mit ihrem Buch

Medienrecht, Stichwörter für die Praxis, Hermann Luchterhand Verlag, Neuwied und Darmstadt 1977,273 Seiten, 28,– DM,

eine Lücke, die mit einer theoretischen Abhandlung nicht zu schließen gewesen wäre.

Das Stichwort Medienrecht weckt automatisch die Gedankenverbindung zum Artikel 5, Grundgesetz: "Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern...", vielleicht fallen in diesem Zusammenhang auch noch die Landespressegesetze ein. Dabei läßt sich, wie die Herausgeber klarstellen, unter diesem Begriff noch eine ganze Menge mehr subsumieren wie beispielsweise Verwaltungsrecht, Urheberrecht oder auch Kartellschutz.

Alles, was für die Medien rechtlich relevant sein kann, wird in 450 Schlagwörtern registriert, die wiederum in 42 Beiträgen erläutert oder in einen Zusammenhang gestellt werden. Juristen, Journalisten und Verwaltungsfachleute kommen dabei zu Wort. Ihre Abhandlungen über die "Auskunftspflicht der Behörden" bis zum Kapitel "Zeugnisverweigerung" sind nicht immer erschöpfend, können es wohl angesichts der Vielfalt der Materie nicht sein, und verdienen größtenteils auch keine stilistischen Prädikate. Aber ihren Zweck, eine Einführung in das Medienrecht zu sein, erfüllen die alphabetisch geordneten Anmerkungen allemal. Ein Nachschlagewerk für Rechtsfragen bei Presse, Funk und Fernsehen, das zusätzlichen Wert durch umfangreiche, teilweise kommentierte Literaturangaben erhält.

Die Herausgeber betrachten ihre Einführung als einen Versuch, der immer wieder überprüft und ergänzt werden soll. Die Geschichte des Medienrechts, von der Achtung Luthers und seiner Schriften durch das Wormser Edikt, der "ersten reichsrechtlichen Presseverordnung" (Martin Löffler), bis zu den augenblicklichen Bemühungen der Bundesregierung um ein Presserechtsrahmengesetz, läßt erkennen, welch großes, vielgestaltiges Feld sie abzudecken haben. hl