Ein reges Kommen und Gehen herrscht beim Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, ohne daß indes klar ersichtlich wäre, daß dieser bedeutsame Bankenverband dadurch politisch schlagkräftiger, attraktiver und einflußreicher würde.

Erst zu Beginn des vorigen Jahres war es dem Verband nach langen Querelen gelungen, seinen damaligen Präsidenten Horst Baumann in den längst verdienten Ruhestand zu schicken und Felix Viehoff, Chef der Deutschen Genossenschaftsbank in Frankfurt, an seine Stelle zu setzen. Nun laufen bereits die Planungen für die Ablösung Viehoffs.

Der neue Mann, für den das Rennen bereits gelaufen zu sein scheint, ist Bernhard Schramm, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Genossenschafts-Hypothekenbank in Hamburg; er soll wieder, wie weiland Baumann, hauptamtllcher Präsident werden.

Seine künftigen Mitarbeiter flechten ihm bereits Kränze. Sie verweisen darauf, daß sich Schramm in der Bundeshauptstadt auskennt: Referent des Verbandes, an dessen Spitze er nun treten soll, Mitarbeiter, des Bundesverbandes Deutscher Banken sowie des Bundes wirtschaftsministeriums und derzeit unter anderem Mitglied der von dem früheren Bonner Justiz-Ministerialdirektor Ernst Gessler geleiteten und dem Bundesfinanzministerium attachierten Kommission, die seit Jahren verschwiegen über Vorschläge für eine Reform des Bankenwesens nachsinnt.

Diese Gessler-Kommission, deren Arbeit die gesamte kreditwirtschaftliche Lobby mit allergrößtem Argwohn verfolgt, schiebt den Termin, zu dem sie ihre Vorschläge der Öffentlichkeit unterbreiten will, immer weiter hinaus. Zunächst hieß es, sie werde schon 1977 fündig werden. Inzwischen heißt es: Nicht vor 1979.

Für die Banken ist diese Langatmigkeit von Vorteil. Denn: Sollte sich die Kommission, wie es vielfach erwartet wird, für eine Begrenzung des Vollmacht-Stimmrechts der Banken auf Unternehmens Hauptversammlungen und für eine Einschränkung der Bankbeteiligung an Unternehmen aussprechen, so könnten diese Vorschläge frühestens in der nächsten Legislaturperiode verwirklicht werden.

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