So tief haben deutsche Touristen, die ihren Urlaub in der Schweiz verbringen wollen, noch nie in die Tasche greifen müssen wie in der letzten Woche. Auf seinem Wege nach oben hatte der Kurs des Schweizer Franken alles bisher Dagewesene hinter sich gelassen. Das Volumen der Schweizer Währung ist klein. Die Nachfrage nach Franken ist aber besonders groß, weil Menschen aus aller Welt aus verschiedenen Gründen ihr Geld in der Schweiz am sichersten wähnen: wegen der anonymen Nummernkonten, wegen der geringeren Steuern und – in neuerer Zeit – wegen der vermuteten Aufwertungsgewinne. Das alles treibt den Kurs in die Höhe, was wiederum die Einfuhren, der Schweiz billiger macht. Da die Schweiz sehr viel einführen muß, kann die Inflationsrate so niedrig gehalten werden wie in keinem anderen Land der Welt. So wurde der Franken zum Star unter den Devisen.

Weil das Schweizer Hoteliers und Schweizer Exporteuren weh tut, will die Schweizer Nationalbank den Kurs drücken. Sie tut es im wesentlichen, durch Aufkäufe von Mark und Dollar gegen Franken. Einen gewissen Erfolg wird sie haben. Die Grenze aber setzt die Inflationsrate, die durch solche Devisenkäufe in die Höhe getrieben wird. R. H.