Verteidigungsminister Apel will am ursprünglichen Konzept festhalten

Von Rudolf Walter Leonhardt

Wen dieser Tage sein Weg zur geschmackvoll, beinahe kostbar eingerichteten Mensa der Bundeswehrhochschule Hamburg-Wandsbek führte, der kam an einer Grabstätte vorbei mit der Aufschrift: "Hier ruhen die Hoffnungen des Stjg. (= Studentenjahrgangs) 1975. AD 1978."

Die erfolgreich diplomierten Offiziere dieses Jahrgangs wurden am Freitag voriger Woche nach dreijährigem Regelstudium vom Verteidigungsminister feierlich verabschiedet. Es waren wieder weniger, als Optimisten einst gehofft hatten. Die "Versagerquote" ist groß.

Die Studenten der Bundeswehrhochschulen sind nicht glücklich. Und viele von ihnen würden diese Formulierung "die Untertreibung des Jahres" nennen. Völlig verzweifelt ist jenes Drittel, das nun zu "Versagern" gestempelt worden ist. Einige davon mögen sich ein Ziel gesteckt haben, das für sie einfach zu hoch war, wie es das in jedem Beruf gibt. Aber nun gleich jeder dritte? Um ein besonders schlimmes Beispiel zu nennen: Von 103 Offiziersstudenten, die 1975 in Hamburg frohgemut das Studium der Elektrotechnik begannen, hat nicht ein einziger in der gesetzten Dreijahresfrist sein Diplom bestanden.

Widersprüche nicht gesehen

Die Verantwortlichen für die Bundeswehr sind auch nicht glücklich. "Truppenbetreuung" ist ihnen sehr wichtig. Was machen sie nun mit Soldaten, die fast fünf Jahre ihres Lebens investiert haben in ein Berufsziel, das sie nicht erreichen können, und die sich damit gleichzeitig für den alternativen Zivilberuf, zu dem das Bundeswehrhochschul-Diplom ja auch führen sollte, disqualifiziert haben? Von denen gibt es inzwischen (geschätzt) fünfzehnhundert, und jedes Jahr kommen fünfhundert dazu.