• Herr Lucy, mit dem Verlust von sieben Mandaten hat die IG Metall bei der Wiederholung der Betriebsratswahl im Daimler-Benz-Werk Untertürkheim eine Schlappe erlitten. Was waren die Ursachen?

Lucy: Ich selbst bin Betriebsratsvorsitzender im Werk Mannheim und auch Gesamtbetriebsratsvorsitzender in der Daimler-Benz AG. Da ich aber weder von meinen Kollegen aus Untertürkheim im Betriebsrat noch von der Ortsverwaltung Stuttgart in dieser Frage zu Rate gezogen wurde, ist es für mich schwierig, die Ursachen zu ergründen, weil mir die Sachlage einfach unbekannt ist. Ich möchte aber erwähnen, daß die IG Metall sich eindeutig in 40 Niederlassungen und in den anderen zehn Werken behaupten konnte.

  • Viele Mitglieder der IG Metall haben für die Kandidaten der Oppositionsgruppe gestimmt. War das eine Absage an die Gewerkschafts- oder an die Betriebsratsarbeit?

Lucy: Es war bestimmt eine Absage an bestimmte Personen, sowohl innerhalb des Betriebsgremiums wie auch außerhalb im Bereich der hauptamtlichen Funktionäre. Ich würde dies also nicht absolut der einen oder anderen Seite zuschreiben wollen, dazu bin ich nicht in der Lage.

  • Gibt es programmatische Unterschiede zwischen den Betriebsratsmitgliedern der IG Metall und den Mitgliedern der Oppositionsgruppe?

Lucy: Es gibt bestimmt im Programm unterschiedliche Auffassungen. Aber in einer Vielzahl von Fragen, wo es um die Interessen der Arbeitnehmer geht, gibt es gemeinsame Aufgaben und gemeinsame Interessen.

  • Welche Folgen wird die neue Situation im Betriebsrat für die Arbeitnehmer haben und welche für das Unternehmen?