In Taiwan kommen Eisenbahnfans und Genießer gleichermaßen auf ihre Kosten; Auf einem fast eintausend Kilometer langen Schienennetz entlang der Küste fahren die luxuriösen Züge der "Taiwan-Railway-Administration" zu günstigen Tarifen durch Nationalchina.

Der Service der Taiwan-Bahn beginnt am Bahnsteig. Da werden Speisekarten mit den Fahrplänen verteilt: Vom einfachen Reis- und Fischgericht bis zum Minutensteak (für knapp fünf Mark) reicht die Auswahl an preiswerten Menüs.

Richtig exotisch ist allerdings erst die Fahrt. Auf Schmalspur rollen die Züge pfeifend mit fast 110 Stundenkilometern an nicht eingezäunten Viehherden vorbei. Schmale Brücken, die gerade den Gleiskörper, nicht aber Steg oder Geländer tragen, vermitteln das Gefühl, als passiere man Flüsse im Tiefflug.

Ans Fliegen erinnert auch der Service an Bord. Hostessen, die schon auf den Bahnhöfen eilfertig beim Ein- und Aussteigen helfen, servieren während der Fahrt in jedem Wagen Snacks und Tee, Saunatücher und Zeitschriften. Alles ist im Fahrpreis enthalten, auch die Unterhaltungsmusik in den Waggons der Zweiten Klasse.

Dabei sind die Tarife auch für chinesische Normalverbraucher erschwinglich. So kostet die 376 Kilometer lange und etwas sechs Stunden dauernde Fahrt von der Hauptstadt Taipei nach Kaohsiung im Süden der Inselrepublik im Expreßzug rund 25 Mark, in der Zweiten Klasse zwischen 16 und 20 Mark. Entsprechend groß ist der Andrang an den Ticket-Schaltern, denn Fahrkarten werden erst zwei Tage vor Abfahrt des jeweiligen Zuges verkauft. D. M.