Sihanouks Wiederkehr

Prinz Sihanouk, nacheinander König und Staatschef von Kambodscha, seit der Machtübernahme der Kommunisten und seiner Rückkehr aus dem Pekinger Exil oft totgesagt, hat sich bei einem Bankett in der Hauptstadt Phnom Penh zum erstenmal seit zweieinhalb Jahren wieder öffentlich gezeigt. Das unter dem Terrorregime Pol Pot leidende Volk hat ihn, die Symbolfigur einer friedlicheren Zeit, noch nicht vergessen. Womöglich mußte die Regierung ihn jetzt aus der Versenkung hervorholen, weil die Schutzmacht China darauf bestand. In seinem Grenzkrieg mit Vietnam ist Kambodscha auf chinesische Waffenlieferungen angewiesen.

Knittelverse, Knüppelverse

Bonnifaz, der Wochenend-Versschmied der Welt, reimte am vergangenen Sonnabend über die Radikaleninitiative des Hamburger Bürgermeisters: Extremisten, ob sie stinken/oder nicht, putzt er die Klinken/Niemand soll sie mehr dran hindern/schlau zu nahen unsern Kindern/Deren Eltern, diesen Rindern/wird die Zeit den Zorn schon lindern/Mehr als die hat Grips und Pose/Klose schon in seiner Hose Für ein Blatt, das ständig den drohenden Rückfall in Weimarer Zustände beklagt, ist solcher Tonfall ganz schön demagogisch. Da werden aus Knittelversen Knüppelverse.

Hilfe gegen Hunger

Gute Ernten wurden in diesem Jahr gemeldet. Aber die Zahlen sind trügerisch. Denn nicht immer wurde dort viel geerntet, wo am meisten gehungert wird. Immer noch hat ein Viertel der Menschheit nicht genügend zu essen. Bundespräsident Scheel hat anläßlich der Woche der Welthungerhilfe deshalb wieder zu Spenden aufgerufen. Die Deutsche Welthungerhilfe hat ausgerechnet, daß für 20 Pfennig in Gambia ein Kind gegen Tuberkulose geimpft werden kann, daß für 1,50 Mark Tagessatz in Indien ein Töpfer ausgebildet, für 200 Mark ein Kind in der Dritten Welt täglich eine gute Mahlzeit erhalten, für 1330 Mark in Südindien ein Trinkwasserbrunnen gebaut werden kann. Spendenkonten der Welthungerhilfe: 111 Postscheckamt Köln, Sparkasse Bonn, Dresdner Bank Köln, Bank für Gemeinwirtschaft Bonn.