Das letzte Kapitel des Nikolaus Fasolt – seit Monaten gerichtsnotorisch – ist nun endgültig abgeschlossen. Im Sommer hatte Fasolt, gerade erst zum Präsidenten des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) bestellt, einen 60 000-Mark-Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung erhalten. CDU-Mann Fasolt hatte ebenso wie sein Geschäftsführer Peter Weber Scheingutachten bei einer CDU-Firma machen lassen, die das Geld als Spende an die CDU-Parteizentrale in Bonn weiterleitete. Fasolt und Weber wiederum setzten den Betrag für die fingierten Gutachten als Betriebskosten von der Steuer ab, was schließlich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und zur Verurteilung durch das Amtsgericht führte.

Gleichwohl wähnte sich Fasolt, der im August offiziell wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten seines Bonner Unternehmens vom Posten des BDI-Präsidenten zurücktrat, über viele Monate im Stande der Unschuld. Sein Einspruch gegen den Strafbefehl sollte das auch öffentlich dokumentieren. Daraus wurde nun nichts, denn Unternehmer Fasolt hat ebenso wie sein Adlatus Weber erkannt, daß, aus Unrecht kaum Recht werden kann. Beide zogen wenige Tage vor dem öffentlichen Verhandlungstermin ihre Einsprüche zurück, womit der Strafbefehl rechtskräftig wurde.

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Klaus Gärtner, FDP-Abgeordneter und Mitglied des Haushaltsausschusses, will sich abermals mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) anlegen, der in diesem Jahr erneut den Versuch machte, auf seltsame Weise Steuergelder zu kassieren. Knapp 100 000 Mark möchte DFB-Präsident Neuberger bei Außenminister Hans Dietrich Genscher lockermachen und zwar: Für ein Amateur-Länderspiel in China, ein Spiel der Jugendmannschaft in Moskau und ein Lehrseminar für chinesische Schiedsrichter. Bezahlt werden soll die Subventionierung des DFB aus dem AA-Titel zur Pflege kultureller Auslandsbeziehungen.

MdB Gärtner will das nicht mitmachen. Er verweist auf den im Geld schwimmenden Verband, dessen Präsident es nur darauf ankomme, möglichst viele Posten auf sich zu vereinigen. Gärtner erbost: "Der DFB ist schließlich keine karitative Organisation, die am Hungertuch nagt." Was den MdB besonders verärgert, ist die Tatsache, daß der DFB schon im laufenden Haushaltsjahr 36 000 Mark für Gastreisen in den Ostblock kassiert hat, obwohl Gärtner die Regierungsvertreter bereits bei den letztjähriger Haushaltsberatungen gebeten hatte, "die Finger davon zu lassen".

Weil das ignoriert wurde, will der Abgeordnete nun einen förmlichen Beschluß des Haushaltsausschusses anstreben, um den Kulturtitel von seinem Fußballballast ganz zu befreien. In einen Punkt hat sich Gärtner bereits in diesem Jahr durchsetzen können. Auf sein Betreiben hin mußte der DFB dem Innenministerium 55 747,06 Mark für den Sicherheitseinsatz der GSG-9-Truppe bei der Fußballweltmeisterschaft in Argentinien erstatten. Das ist freilich nur die eine Hälfte der Gesamtkosten.

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