Die "programmierte Geburt" ist in den USA und in England ins Gerede gekommen, Bei dieser Methode wird die Entbindung gezielt durch künstliche Zugaben des wehenauslösenden Hormons Oxytocin zu einem vorher bestimmten Zeitpunkt eingeleitet – aus Gründen, die nicht immer medizinische Ursachen haben. Nach 25 Jahren Oxytocin-Gebrauch erließ, die US-Arzneimittelbehörde FDA diesen Monat eine strenge Warnung gegen die Anwendung der künstlichen Geburtseinleitung aus Gründen der Bequemlichkeit. Kritiker überzeugten die FDA, daß diese Einleitung ein potentielles Risiko für Mutter und Kind darstellt: Zusätzlich verabreichtes Oxytocin kann zu ungewöhnlich starken Kontraktionen der Gebärmutter führen, die dem Fötus die Sauerstoffzufuhr abschneiden (und damit die Ursache von Gehirnschäden sein können) sowie Gebärmutterrisse auslösen. Die Befürchtungen erhalten Unterstützung von einer Studie aus dem britischen Portsmouth, wonach der Prozentsatz heftiger nachgeburtlicher Blutungen bei entbundenen Frauen von 5,6 auf 8,6 Prozent anstieg, nachdem der Prozentsatz eingeleiteter Geburten auf heute 42 Prozent kletterte. GH

Bei Wehen wandern können neuerdings Schwangere im Birmingham Maternity Hospital, Wehentätigkeit und Herzschlag des Feten werden dort nicht mehr durch Kabel an die elektronischen Meß- und Aufzeichnungsgeräte übermittelt, sondern durch kleine Sender, so daß sich die werdenden Mütter während der Eröffnungsphase in einem Umkreis von 200 Meter frei bewegen können. Statt reglos aufgebahrt neben zwei tickenden, flimmernden Apparaturen den nächsten Wehenschmerz zu erwarten, gehen die Mütter spazieren, kochen Kaffee, oder sehen gemeinsam mit anderen Patientinnen fern, Verglichen mit einer bettlägerigen, sonst aber identischen Kontrollgruppe, hatten die wandernden Mütter eine um durchschnittlich zwei Stunden kürzere Entbindung, benötigten weniger Schmerzmittel, und ihre Neugeborenen waren in einem besseren Gesundheitszustand,

(Die Birminghamer Erfahrungen widersprechen einer schottischen Studie von Januar 1978, die keine nennenswerten Unterschiede zwischen wandernden und ruhenden Müttern gefunden hatte.)

ES