Von Gunhild Freese

Das Kölner Zigarettenunternehmen Reynolds verkündet voller Stolz: "Bisher haben wir Konkurrenzeinführungen erfolgreich abgewehrt." Seit die Mentholzigarette Reyno 1961 als erste Marke dieses Geschmacksegmentes in Deutschland lanciert wurde, hat sie ihre Position als Marktführer behauptet. Immerhin macht die Reyno knapp 90 Prozent des totalen deutschen Mentholmarktes aus. Dieser Teilbereich freilich ist winzig: Er bringt es derzeit nur auf gut ein Prozent des gesamten Zigarettenmarktes – doch er wächst.

Vor rund einem Monat nun hat Reyno wieder Konkurrenz bekommen, die – so Reynolds-Sprecher Wilfried Dernbach – "uns aufhorchen ließ". Im Großraum München brachte die Hamburger Zigarettenfirma Martin Brinkmann unter dem Traditionsnamen Dunhill zwei American blend-Zigaretten an den Markt: die Dunhill 620-Filter sowie die Mentholmarke Dunhill 620.

Zur gleichen Zeit startete die in München ansässige Philip Morris die Mentholversion ihrer Spitzenmarke Marlboro – nicht in München, sondern im Saarland und im Raum Frankfurt. Die Einführung der grünen Marlboro verlief für die Münchner US-Tochter so erfolgreich, daß die Marke zu Beginn dieses Monats auch in Baden-Württemberg eingeführt wurde.

Trotz des relativ bescheidenen Marktvolumens scheint also dieses Segment immer wieder interessant genug zu sein, Neueinführungen zu lancieren. Der letzte Versuch liegt gerade zwei Jahre zurück. Mitte 1976 startete die Hamburger BAT in Berlin eine Mentholausführung ihrer Marke Krone. 1977 wurde auch Nordrhein-Westfalen beliefert; doch eine weitere Ausdehnung schien nicht lohnend.

BAT-Sprecher Hermann Feldgen: "Menthol ist offensichtlich ein Spezialitätenmarkt, und es bleibt auch einer." Immerhin gibt es die Krone Menthol in ihren Einführungsgebieten weiterhin zu kaufen.

Deutschlands größter Zigarettenhersteller, Reemtsma, hat noch nie eine Mentholmarke zu Markte gebracht.