Mit neuen Geschäftsordnungen und Satzungen haben in jüngster Zeit einige Unternehmen die Rechte ihrer Aufsichtsräte beschränkt, weil die nun, nach dem Mitbestimmungsgesetz von 1976, paritätisch auch mit Arbeitnehmervertretern besetzt sind. So verfuhr auch das zweitgrößte bundesdeutsche Unternehmen, die Siemens AG.

Die IG Metall aber wollte sich solche Änderungen zuungunsten der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat nicht gefallen lassen und bereitete eine Klage vor. Bevor die jedoch eingereicht war, warf der Anwalt aus München, der die Gewerkschaftsmeinung vertreten sollte, daß einige der neuen Satzungsbestimmungen gegen das Gesetz verstießen, das Handtuch; Und das nicht etwa, weil ihm die Klage aussichtslos erschien.

Vielmehr ist ihm, zu dessen Kunden auch Banken und Versicherungsgesellschaften gehören, wohl bedeutet worden, daß er doch immerhin eine Kanzlei zu verlieren habe. "Ich muß mit meinen Mandanten und meinen Mandaten leben", schrieb er jedenfalls in dem Brief an die IG Metall, mit dem er sein Mandat niederlegte. Die Gewerkschaft sucht nun nach einem neuen Rechtsvertreter.

Schon im vorigen Jahr forderten. aufgebrachte Aktionäre auf der Hauptversammlung der Südmilch AG den Kopf des Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Weber. In diesem Jahr meint auch der Bauernverband Württemberg-Baden, wenige Wochen vor der Hauptversammlung am 24. Oktober, ein "Wechsel in der Führungsspitze" sei dringend geboten. Die Südmilch-Aktionäre, die zugleich die Milchlieferanten sind, sollten deshalb auf der Hauptversammlung ihre Stimmen nicht delegieren und Weber die Entlastung verweigern.

Dem Südmilch-Boß war bereits im Frühjahr vom manager-magazin Mißmanagement attestiert worden. Trotz unterdurchschnittlicher Auszahlungspreise an die Milchlieferanten haben jahrelange Betriebsverluste in Millionenhöhe das Unternehmen ausgezehrt.

Daß Weber in der Hauptversammlung dieses Jahres fällt, bleibt dennoch unsicher. Wahrscheinlich werden wieder zuviele Aktionäre ihr Votum nicht selbst ausüben. Weber selbst jedenfalls gibt sich siegessicher, er hat einen freiwilligen vorzeitigen Rücktritt gerade erst wieder abgelehnt.

"Absoluten. Quatsch" nannte ein Sprecher der Kraftwerk Union (KWU) in Frankfurt Meldungen, das deutsch-brasilianische Nuklear-Geschäft im Umfang von mehreren Milliarden Mark drohe heißzulaufen. Erhebliche Kostenüberschreitungen, Verzögerungen und technische Probleme gefährdeten das ganze Vorhaben.