Der Strafbefehl gegen den ehemaligen BDI-Präsidenten Nikolaus Fasolt (58 000 Mark) und seinen Betriebsleiter Peter Weber (11 250 Mark) wurde rechtskräftig (siehe Bon – ner Kulisse). Beide haben überraschend ihren Einspruch zurückgezogen, der beweisen sollte, sie hatten, eben nicht gesündigt, indem sie CDU-Spenden als fingierte Betriebskosten von der Steuer absetzten. Der Rückzug kam nicht von ungefähr. Webers Fall, faktisch auch Fasolts, wäre noch vor der Hessen-Wahl verhandelt worden, was für die Union unwillkommene Schlagzeilen bedeutet hätte.

Daß die angeblich Unschuldigen nun ihr Schuldopfer brachten, mag die Partei freuen, für die Sache ist es bedauerlich. Im Hinblick auf die Praktiken bei der Parteienfinanzierung wäre es im Interesse künftiger Sauberkeit hilfreich gewesen, alles ans Tageslicht zu zerren. Nützlich wäre die Verhandlung auch deswegen, gewesen, weil der Fall Fasolt/Weber nur die Spitze eines Eisbergs ist und dabei wohl auch herausgekommen wäre, daß die eigentlichen Verführer in den Parteien sitzen. Nun aber bleibt alles unter der Decke – der feine Mann, der zahlt, wenn auch spät, und schweigt, hff