Von den über zweihundert Wildparks in Deutschland ziehen vor allem die Safari-Gelände mit freilebenden Löwen und Giraffen immer mehr Besucher an. Für Naturfreunde bieten aber auch Gehege mit Rot- und Schwarzwild sowie Vogelparks viel Interessantes.

Daß ein Reservat mit heimischem Tierbestand nicht langweilig sein muß, beweist unter anderem der Wildpark Eekholt bei Bad Bramstedt. Mit etwas Glück kann man von den Fußwegen aus das hier lebende Rudel seltener weißer Hirsche beobachten. Sogar zwei Seeadlerpaare haben ihre Horste in Eekholt; Zuchtversuche hatten in diesem Naturpark einen ersten Erfolg: Ein Jung-Seeadler wurde hier bereits großgezogen. Gehege mit Rot-, Dam- und Schwarzwild gehören außerdem zum Eekholter Tierparadies. Auf monatlich abgehaltenen Lehrveranstaltungen kann der Naturfreund mehr lernen über Flora und Fauna seiner unmittelbaren Umgebung.

Für Vogelliebhaber wurde in Walsrode 1962 einer der größten Vogelparks eröffnet. Über 900 verschiedene Vogelarten, exotische wie einheimische, beleben die Volièren und Freigehege. Als besondere Attraktion gilt die umfangreiche Papageiensammlung.

Pferdefreunden empfiehlt sich ein Besuch im Merfelder Bruch nahe der westfälischen Kleinstadt Dülmen. Hier ist das einzige Wildpferdegestüt Europas erhalten. Die eingefriedete Wildbahn mit zweihundert Hektar Moor, Heide, Gestrüpp und Hochwald hat streckenweise noch Urwaldcharakter. Aus der fast zweihundert Tiere zählenden Wildpferdherde werden jährlich am letzten Samstag im Mai die einjährigen Hengste eingefangen und versteigert.

Ähnlich urweltlich ist auch der Tierbestand bei der Sababurg im Reinhardtswald. Der schon 1571 errichtete "Thiergarten" ist die Heimat für Auerochsen, Wisente, Tarpane, Rentiere und Mufflons. Zoologen versuchen hier nicht nur, vom Aussterben bedrohte Arten zu erhalten, sondern auch bereits ausgestorbene Tiere rückzuzüchten.

Und im Wildpark an der Kasselburg beim Eifelort Pelm werden als Besonderheit für die Gäste Wölfe und Greifvögel gehalten. Zutritt zu diesen Gehegen haben die Besucher zwar verständlicherweise nicht, aber von einer Tribüne aus kann das Rudel beobachtet werden, unter anderem auch bei der täglichen Fütterung. Anschließend beginnt die Beizjagd mit Adler, Habicht und Bussard.

Exotisch geht es dagegen in Salem am Bodensee zu. Hier klettern etwa zweihundert Berberaffen auf dem "Affenberg" herum. Die Tiere, ursprünglich am Hohen Atlas in Algerien und Marokko zu Hause, dienen allerdings nicht nur als Touristenattraktion; eine Forschergruppe beobachtet sie, um neue Erkenntnisse über Artverhalten und Entwicklung der Primaten zu gewinnen. Im Winter kann man die Berberaffen allerdings nur nach Voranmeldung in ihrem verschneiten Freigehege besuchen.