Diese Stadt hat so viel Kultur, Geschichte und Tradition, daß sie vor sich selbst in Ehrfurcht erstarren könnte", witzeln die Wiener Fremdenverkehrsstrategen in ihren Werbebroschüren, Sie bitten Besucher, den Wienern, die zwischen "Da muß was g’schehn" und "Da kann man halt nichts machen" schwanken, mit freundlicher Nachsicht zu begegnen und die Metropole der Marillenknödel, Milchrahmstrudel und Palatschinken "mit einem kleinen Augenzwinkern" zu entdecken. Im Herbst und Winter, da freilich, legt Wien dann doch Wert darauf, uneingeschränkt ernstgenommen zu werden: als Opern- und Theaterstadt.

Mit prächtigen Farbkatalogen und selbstbewußten Verweisen auf kulturelle Tradition – schließlich hat Beethovens "Fidelio" im Theater an der Wien, heute eine Musicalbühne, Weltpremiere gehabt – locken die Fremdenverkehrswerber zum Kulturwochenende nach Österreich.

Wer im Schubert-Jahr nicht nur auf des Meisters Spuren in Wien wandeln will (eine Anleitung dazu verschickt der Fremdenverkehrsverband, Kinderspitalgasse, A-1095 Wien), muß den Kunstgenuß im Burgtheater oder Opernhaus freilich von langer Hand vorbereiten. Spielpläne und Bestellkarten gibt es direkt vom Bundestheaterverband, Goethegasse 1, A-1010 Wien.

Schneller, aber um ganze 25 Prozent teurer, geht die Bestellung über die Wiener Theaterkartenbüros, deren Adressen ebenfalls beim Fremdenverkehrsverband erfragt werden können. Mit einer Portion Glück kann der Wien-Besucher allerdings auch an der Tageskasse Karten ergattern, ein kleines Kontingent wird jeweils vier Tage vor einer Vorstellung frei verkauft.

Statt sich in eine lange Warteschlange einzureihen, wird der Kunstliebhaber aber ganz sicher Werke von Klimt, Schiele oder Kokoschka in der "Galerie im Belvedere" begucken oder die "Albertina" mit ihrer Dürer-Kollektion besuchen wollen – auch ohne Vorbestellung.