Der Wunsch, es den Vögeln gleich zu tun, Land und Meer im Fluge zu überqueren, ist ein alter Traum der Menschheit. Doch erst in diesem Jahrhundert ist es ihr gelungen, sich in einer vogelähnlichen Maschine in die Lüfte zu erheben: Das Flugzeug war geschaffen.

Ihren natürlichen Vorbildern huldigen die Luftverkehrsgesellschaften, längst Unternehmen des Massentransports, bis heute. Zahlreichen Flugunternehmen dienen Vögel als Firmensymbole: die US-amerikanische North Central Air fliegt unter dem Zeichen einer Wildente, Ozard Air Lines, ebenfalls aus den USA, machte drei Schwalben zu ihrem Firmenzeichen, mit einem Adler erhebt sich die afrikanische Zambia Air in die Lüfte, die australische Qantas gab dem Känguruh Flügel, die deutsche Charterfluggesellschaft Condor wählte sogar den Namen eines Vogels.

Mit einem Kranich erheben sich gleich zwei große Gesellschaften in die Lüfte, die Japan Air Lines und die Deutsche Lufthansa. Die schönen Vorbilder freilich sind nur selten noch zu erkennen. Modernes Industriedesign zeigt nur noch das "Wesentliche".

Einem modernen Graphiker ist der Kranich Zu verdanken, den die Deutsche Lufthansa heute "im Schilde" führt. Doch das Kölner Unternehmen ist genau genommen schon die vierte deutsche Fluggesellschaft, die sich dieses Kranichs bedient. So symbolisiert denn der stilisierte Vogel, der bis heute fast unverändert blieb, zugleich ein Stück deutscher Luftfahrtgeschichte.

Geschaffen wurde dieses Symbol für Ausdauer, Stärke und Kraft 1918 für die ein Jahr zuvor gegründete Berliner Deutsche Luft-Reederei von Otto Firle, dem Leiter der Werbe- und Presseabteilung des Unternehmens. 1923 gab es eine Fusion mit der Bremer Lloyd Luftdienst GmbH, sowie deren Berliner Tochtergesellschaften Lloyd Ostflug GmbH und Lloyd Luftverkehr Sabatnik. Das neue Unternehmen, die Deutsche Aero Lloyd, übernahm den Kranich.

Die nächste Fusion stand 1926 an – unter dem Druck des Staates, der schon damals allzu begierigen Subventionswünschen der Fluggesellschaften entgegenzutreten hatte. Die Deutsche Aero Lloyd würde mit der 1924 gegründeten Junkers Luftverkehrs AG zur Deutschen Lufthansa verschmolzen. Einer der Aktionäre des neuen Unternehmens: Das Deutsche Reich.

Wieder überlebte der Kranich. Und von Junkers, das ist heute nicht mehr genau zu belegen, sollen die Hausfarben Blau-Gelb übernommen worden sein.