Sie mag nichts Besonderes sein, die Pubertät. Besonders wird sie aber nicht zuletzt dadurch, daß sich die Betroffenen niemandem gegenüber erklären können, wegen all der Dinge, die sich plötzlich verändern. Gespräche mit gleichermaßen Befallenen reichen bestenfalls für eine frühe Erfahrung mit der Statistik hin. Nützen kann das niemandem. Was hilft, ist der vorliegende Ratgeber für dergleichen Naturkatastrophen von –

Thaddäus Troll: "Was isch eigentlich los mit mir?"; Illustrationen von Arthur Robins; Hoffmann und Campe, Hamburg; 44 S., 22,00 DM.

Ja, was ist los mit ihnen, dem Mädle, das auf einmal merkt, "daß do zwoi Huppel wachset, wo (die) Bruscht friher so eba gwä isch wiea dr Cannschtatter Wasa", oder dem Bua mit seinem ungezügelten Penis, "der tuat manchmol, was r will".

"D Natur fangt a z schaffa und se tat arg hudla ond pfuscha, wenn du scho mit femf oder sechs Johr Kendia kriaga kenntesch."

Nicht zuletzt die schwäbische Spradie schallt Freude an der notwendigen Aufklärung.

"Sodele", wenn die männliche und weibliche Entwicklung vom jeweils achten bis achtzehnten Lebensjahr in Wort und Bild abgeschlossen ist. "Denn Sodele saget mir Schwoba, wenn mer iber a guats End zfreda sind. Wenn d a Sodele hosch, isch de ganz Uffregong verbei."

Es wird keine Sorge ausgelassen. Überall und allzeit wird Trost gespendet, seien es die leidigen, Selbstwertgefühl zerstörenden Pickel, sei es die weniger vergängliche Tatsache unterschiedlicher Haarfarben "oba ond onta": "Mach dr nix draus, wenn dia Hoor do onta a andera Färb hen wia dia uff deim Kopf." Auch anderen ersten Dingen wird angemessener Raum gewidmet. Die Frage der unterschiedlichen Länge desselben kann sicher dazu führen, daß einer den Kürzeren vom Schicksal. gezogen zu haben glaubt; Indessen: "S kommt net druff a, wia groß r isch, s kommt druff a, was mit m machsch, wenn..." Ja, wenn der zweifelerschütterte Knabe älter geworden ist.

Vielleicht läßt er sich aber den Trost nicht trüben und überzeugt sein Ich schon gleich davon: Sodele! W. K.