Von Gunhild Freese

Dreizehn Jahre lang war sie nur einer unter vielen; nun will sie einer der großen werden: Mit ihrer neuen Zahncreme causamed tartete die Beiersdorf AG soeben einen Angriff Auf den deutschen Zahnpflegemarkt. Die neue Beiersdorf-Marke soll nicht nur eine weitere unter den schon vorhandenen Zahnpasten sein. Seit 1955 gibt es bereits eine winzige Beiersdorf-Marke: Selgin.) "Wir leiten", sagt Marketingnanager Pay Petersen selbstbewußt, "eine neue Jeneration ein. Ein me-too-Produkt, eines also, das in ähnlicher Art schon am Markt ist, hätte eine Chancen.

Fünf Jahre lang haben die Hamburger ihre ausamed vorbereitet. 1973 wurde eine Abteilung für die Mundhygieneforschung aufgebaut. "Am Anfang", erläutert Petersen, "stand der Gedanke: Wo gibt es Innovationen?" Nach Erkenntnis der Miersdorfer nämlich wird bislang nur an Symptomen kuriert. Die Hamburger wollten eine Zahncreme für die Prophylaxe anbieten, das heißt Zahn- und Zahnfleischerkrankungen sollten verhindert werden.

Die Ursache dieser Erkrankungen ist aggressive Bakterientätigkeit, "Bakteriose". Ziel für die Beiersdorf-Forscher war daher, mit Hilfe einer Zahncreme das Bakterienwachstum auf ein normales Niveau zu senken. Petersen: "Unser Ergeblis: die causamed."

Obendrein hatten die Marktforscher des Unternehmens ermittelt, daß die Verbraucher den Überblick über das bisherige Angebot verloren haben. Die "Idealzahncreme", so ergab eine Verbraucherbefragung, gibt es bislang nicht. In diese Lücke soll nun – wenn sich die Hoffnungen und Dünsche von Beiersdorf erfüllen – die causamed stoßen.

Mit Hilfe der marktüblichen massiven Publikumswerbung in Fernsehen, Tageszeitungen und illustrierten wird den bundesdeutschen Zähneputzern das Beiersdorf-Produkt nahegebracht Agentur: Wilkens wpt). Knapp zehn Millionen Mark wurden für die Marktoffensive lockergemacht.

Ein leichter Sieg freilich wird den sonst erfolggewohnten Beiersdorfern (Marken: atrix, Nivea, 8X4, Zeozon, Tesa, Hansaplast; Jahresumsatz: 1,3 Milliarden Mark) kaum beschert werden. Denn die deutschen Verbraucher gelten nicht gerade als begeisterte Zähneputzer.