Kein Zweifel – man trägt Konjunktur-Optimismus: Otto Graf Lambsdorff, Wirtschaftsminister in Bonn, ist sicher, daß 1978 die Wirtschaft um drei Prozent wächst. Für 1979 rechnet er sogar, "wenn es keine abrupten Veränderungen gibt", mit einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent. Die Preise werden – so Lambsdorff – dank des lebhaften Wettbewerbs in der deutschen Wirtschaft weiterhin stabil bleiben. Auch vom Ausland her kann der Minister "keine preissteigernden Elemente" sehen. Hoffnung also auf der ganzen Linie.

Noch günstiger schätzt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, Otto Wolff von Amerongen, die Lage ein. Er traut dem Wachstum 1979 sogar einen Aufwärtssprung von vier Prozent zu. Zwar sieht er den Außenhandel als "große Unbekannte", die Unsicherheit verbreitet, aber aus dem Inland kämen neue Wachstumsimpulse.

Neben der lebhaften Nachfrage sieht die Deutsche Bundesbank auch die gestiegenen Erträge der Unternehmen als positives Vorzeichen für einen anhaltenden Aufschwung. Die Nettoeinkommen aus Unternehmertätigkeit und Vermögen lagen – so geht es aus dem jüngsten Monatsbericht hervor – im ersten Halbjahr 1978 um 7,5 Prozent höher als im gleichen Zeitraum des Vorjahres und übertrafen damit die Einkommen aus selbständiger Arbeit um ein Prozent. Als Folge der gebesserten Ertragsverhältnisse haben sich von Januar bis Ende Juni die Anlageinvestitionen – ohne Wohnungsbau – um acht Prozent erhöht.