Castro hat 45 000 Kubaner als Exportgehilfen seiner, Revolution in alle Welt entsandt. Fast 40 000 stehen allein in Afrika. Die meist gut ausgebildeten Techniker, Ärzte, Lehrer der Armee sind Experten, deren Fehlen sich überall in Kuba bemerkbar macht.

Dennoch findet Castros internationalistische Strategie bei der Mehrzahl seiner Landsleute Anklang. Noch immer sieht der "Commandante" eine besondere Verpflichtung darin, für die Völker der Dritten Welt einen "brüderlichen Beitrag gegen den Kolonialismus und Imperialismus" zu leisten. Die ideologisch gedrillte junge Elite Kubas folgte dieser "großen und heiligen Mission" bisher eifrig.

Die Behauptung des Präsidenten von Sambia, Kaunda – "Es gibt nicht einen einzigen kubanischen Soldaten in Afrika, der nicht eingeladen worden wäre" – wird von den meisten schwarzafrikanischen Staaten immer noch widerspruchslos geglaubt. Zweifel an der Uneigennützigkeit der kubanischen Ideologie sind freilich laut geworden, seit Castro mit seinem direkten Eingriff in den Krieg um Eritrea und seinen indirekten Beitrag zur Shaba-Invasion zwei in Afrika geheiligte Prinzipien verletzt hat: Nämlich die Regel "Afrika den Afrikanern" und die Respektierung der (noch von den Kolonialmächten gezogenen) Grenzen.

Auf der Konferenz der Blockfreien, die im Juli in Belgrad stattfand, bekam Castro denn auch die erste Quittung Zum erstenmal wurde in aller Öffentlichkeit sein Status als Blockfreier angezweifelt. Doch gemäß seiner Devise: "Wir werden nicht untätig bleiben, solange unsere afrikanischen Brüder leiden", verstärkt der Maximo Lider sein Afrika-Korps weiter, um im Notfall auch für Namibia und Rhodesien bereitzustehen. Niemand außer den Kubanern, den Russen (und vielleicht dem amerikanischen Geheimdienst) kennt den genauen Umfang der Afrika-Kontingente. Folgende Zahlen werden jedoch am häufigsten genannt:

Algerien: 35 Mediziner

Kapverden: 20 Mediziner

Guinea, Guinea-Bissau und Kongo: jeweils einige hundert Militärberater