Beachtlich

"Der Himmel soll warten" von Warren Beatty und Buck Henry schmückt sich zwar mit dem Titel der berühmten Ernst-Lubitsch-Komödie "Heaven can wait", ist aber in Wirklichkeit ein Remake des Films "Here comes Mister Jordan" (Regie: Alexander Hall, 1941), in dem Robert Montgomery einen berühmten Boxer spielt, dem eine himmlische Instanz irrtümlich das Leben nimmt, der aber dann doch, in einem fremden Körper, auf die Erde zurück darf. In der modernen Version dieser freundlichen Märchenphantasie hat Warren Beatty (als Football-Star bei den Los Angeles Rams) Montgomerys Rolle übernommen. Auf dieses charmante Nichts von einem Film paßt wohl die Vokabel "hübsch". Mit einem witzigen Drehbuch von Elaine May und sehr guten Darstellern (James Mason, Julie Christie, Jack Warden, Charles Grodin) verwandeln Beatty und sein Co-Regisseur Buck Henry das triste Kalifornien der späten siebziger Jahre in ein Zauberland. Dabei wird der leider etwas sorglos inszenierte Film nie sentimental und leistet sich sogar satirische Attacken gegen multinationale Konzerne und den amerikanischen Football-Fimmel.

Hans C. Blumenberg

Mittelmäßig

"Der unheimliche Fremde" von Serge Leroy. Derweil die fernen Eltern hin und wieder per Videokassette Kommunikation praktizieren, nutzen ihre vier Kinder in einer Prunkvilla an der Côte d’Azur den ihnen verbliebenen Freiraum zur totalen Fernseh-Völlerei. Programmstörer werden ausgeschaltet: erst ein Hausmädchen, dann ein mysteriöser Eindringling. Diese Figur des unheimlichen Fremden (Alain Delon) – teils böser, kinderterrorisierender Märchen-Riese, teils mythischer, zu beängstigender Realität gewordener Fernsehheld – offenbart in der Verschwommenheit ihrer Charakterisierung auch das Dilemma dieses Films von Serge Leroy ("Der Schatten, der uns verfolgte", 1976): das nebulöse Schwanken zwischen Alptraum, Kritik am Fernsehen

und modernistischem Märchen. "Attention, les enfants regardent" (Originaltitel) ist die Verfilmung des Romans "The Children Are Watching" von Laird Koenig, einem Spezialisten für die "Abgründe" kindlicher Psyche ("Das Mädchen am Ende der Straße").

Helmut W. Banz