Wenig Hoffnungen auf eine höhere Daimler- und Mercedes-Dividende.

Dem neuen Aktionärsbrief der Daimler-Benz AG ist zu entnehmen, daß die Gesellschaft wohl kaum mehr als – wie für 1977 – neun Mark Dividende, ausschütten wird. Darauf deutet die Formulierung hin, wonach der Vorstand erwartet, für das Jahr 1978 an das Geschäftsergebnis des Vorjahres anschließen zu können. Die Ergebnisentwicklung dieses Jahres war durch die Streikauswirkungen ebenso belastet wie durch die weiter stark gestiegenen Personal- und Materialkosten. Beides wird durch die Preiserhöhung nur zum Teil ausgeglichen. Außerdem wird auf Schwierigkeiten auf der Nutzfahrzeugseite hingewiesen. –

Die Mercedes-Aktionäre kassieren die Daimler-Dividende für das Jahr 1977 erst nach dem 8. Dezember 1978, dem Tag der nächsten Hauptversammlung. Unter Berücksichtigung der im Kurs von rund 307 Mark enthaltenen Dividende von neun Mark klafft zwischen der Mercedes- und der Daimler-Notiz (349 Mark) eine Differenz von rund 50 Mark. Das ist ungewöhnlich. Bisher betrug der Abstand meist etwas mehr als 30 Mark.

Holsten mottet die Braukapazität der Kaiser-Brauerei in Hannover ein.

Nach einer Aufstockung der Kapazität von 180 000 auf 350 000 Hektoliter wird die zur Hamburger Holsten-Gruppe gehörende Kaiser-Brauerei AG, Hannover, ihre Bierproduktion einstellen. Sie erleidet damit das gleiche Schicksal wie vor ihr die Hamburger Bill-Brauerei, und die Dressler-Brauerei in Bremen, beide zur Holsten-Gruppe gehörend. Das bisher bei Kaiser gebraute Bier wird künftig von der Braunschweiger Feldschlösschen Brauerei hergestellt werden, an der Holsten zu über 25 Prozent beteiligt ist. Die Kaiser-Braueinrichtung wird als Kapazitätsreserve der Holsten-Gruppe betriebsbereit gehalten, aber wohl vorerst nicht wieder in Anspruch genommen. Bei Kaiser wurden neben Bier zunehmend Verluste produziert, die 1977/78 "ganz gewaltig" in die Höhe geschossen sein sollen.

Bei der Commerzbank AG von 1870 (ruhende Altbank) ist eine stürmische Hauptversammlung zu erwarten.

Auf der am 9. Januar 1979 in Berlin stattfindenden außerordentlichen Hauptversammlung des Instituts, aus dem die heutige Commerzbank nach dem Kriege hervorgegangen ist, sollen mit dem Geschäftsbericht die Altbanken-Rechnung auf den 1. Januar 1953 und die Abwicklungsrechnung zum 31. Dezember 1977 vorgelegt werden. Obwohl die Bank seit Ende des Zweiten Weltkrieges kein Neugeschäft ausübt und ein Abwicklungsüberschuß nicht erwartet werden darf, ist der Kurs der Commerzbank-Restquoten in letzter Zeit unter lebhaften Umsätzen kräftig gestiegen. Ähnlich wie bei den Altbanken der Deutschen Bank und der Dresdner Bank machen sich auch hier spekulative Kreise Hoffnungen auf einen "Lästigkeitswert". Er soll erzeugt werden durch Anträge auf Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes sowie durch die Androhung von Klagen, falls die aktive Bank nicht für die Benutzung des Namens der Altbank zahlt. Im Falle der Commerzbank glaubt man in deren Satzungen einige interessante Punkte für ein Ansetzen der Daumenschrauben gefunden zu haben.