Von Petra Kipphoff

Ein wenig später trat George in den totgesagten Park, promenierte Rilke im "Jardin des Plantes". Kurz zuvor hatte Emanuel Geibel gesehen, daß im Mai die Bäume ausschlagen und die Wolken am himmlischen Zelt wandern, hatte Fontane den über den Tod hinaus Birnen spendenden Herrn von Ribbeck auf Ribbeck gelobt und Conrad Ferdinand Meyer im Römischen Brunnen das Abbild des Lebens geschaut. Hinter diese matten Gefühle und verblaßten Sinnbilder seiner Vorgänger und vor den neuen ideellen Anspruch und hohen Stilisierungswillen seiner Nachfolger hat Detlev von Liliencron, früh verarmter Adliger aus Holstein (geboren 1844), Berufssoldat und später Dichter (gestorben 1909), ein paar Verse gesetzt, die aus nichts bestehen als Farbe, Licht, Klang; wie zum Beispiel diese:

Kehraus und Ende, der Braus ist vorüber

Und es entleert sich allmählich der Saal,

Letzte Gutnacht, Durcheinander, Trinkgeld,

Schon in Kapuzen und Mänteln und Schal

Schläfrige Kutscher, die gähnend sich recken,