Eine Nachricht, dürr – im doppelten Wortsinn – und dennoch delikat: Die Dürr Industrie -Beteiligungs-GmbH übernimmt die Firma Eisenbau Wyhlen. Das Dürre erklärt sich von allein, das Delikate erst bei der Vorstellung der handelnden Figuren:

Dürr-Chef nämlich ist Heinz Dürr, unter anderem Arbeitgeberpräsident im Metall-Tarifbezirk Nordwürttemberg/Nordbäden. Wyhlen-Chef war Hans Krüsi, bis vor kurzem unter anderem Arbeitgeberpräsident für den südbadischen Metall-Tarifbezirk.

Beide standen sich freilich durchaus nicht so nahe, wie ihre Funktionen vermuten lassen. Vielmehr sind heftige Auseinandersetzungen überliefert: Krüsi hatte Dürr mit starken Worten zu große Nachgiebigkeit in der Tarifrunde 1976 vorgeworfen. Zu viele Firmen könnten mit diesem Abschluß nicht leben.

Nun hat Krüsi, im Ergebnis jedenfalls, recht behalten. Die Eisenbau Wyhlen war am Ende und sollte mit dem Ablauf des Jahres 1978 stillgelegt werden, hätte Dürr sie nicht übernommen.

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Siegfried Batzel, für den Verkauf zuständiges Vorstandsmitglied der Ruhrkohle AG, hat Grund zur Freude: Sein Absatz wird in diesem Jahr um rund fünf Millionen Tonnen höher sein als 1977. Bis Ende Dezember will er 63,3 Millionen Tonnen verkauft haben. Der Mehrabsatz geht allerdings nur zum geringeren Teil ins Inland. Drei Millionen Tonnen verkaufte Batzels Truppe zunächst in Drittländern, unter anderem auch in den USA, allerdings weit unter deutschen Listenpreisen;

Da gleichzeitig die Förderung gesenkt wird – von 62,6 auf 61,2 Millionen Tonnen –, gehen auch die Haldenbestände zurück. Statt 18 Millionen Tonnen zu Beginn des Jahres sollen den Plänen der Ruhrkohle zufolge am 31. Dezember nur noch knapp 16 Millionen. Tonnen auf den Halden liegen.