Von Gerhard Seehase

Eines Morgens war die Hecke verschwunden. Das Grab Nr. 13/14 in der Abteilung III a des Hamburger Friedhofs Bornkamp hatte sich entscheidend verändert, ohne daß den Inhabern dieses kleinen Stückchens Erde die gärtnerische Korrektur vorher mitgeteilt worden wäre. Die Angehörigen standen mit Gießkanne und Harke vor der Nr. 13/14 und trauten ihren Augen nicht.

Zum rechten Nachbargrab hin – erste Beerdigung 1902, letzte 1978 – fehlte die Abgrenzung. Nach links hin war die Friedhofswelt vom Standpunkt der Grabstellenbesitzer indes noch in Ordnung. Hier reihte sich Hecke an Hecke, eingefriedete Parzellen, Heimraum für die Angehörigen, die mit "ihren" Verstorbenen allein sein wollen.

Ruhe in Frieden!

In den Leitsätzen des Hamburg-Altonaer Friedhofs Bornkamp heißt es unter anderem:

  • Verwende keine Konservendosen, Milchflaschen und Einmachgläser als Blumenvasen.
  • Vermeide die Bank auf der kleinen Grabstätte, sie wirkt nur störend.
  • Nimm Rücksicht auf die Nachbargräber, nur die gegenseitige Rücksichtnahme läßt den Friedhöf zur Stätte des Friedens werden.