Da es zum Nachtmahl Wurstsalat gegeben hatte, assoziierte ich flink und kramte den WORTSALAT aus dem Stapel noch ungeprüfter Spiele. Mein Weib überließ es mir, die Spielanleitung zu studieren. Ware diese nur halb so lang, so wäre sie vermutlich doppelt so verständlich ...

Jeder Spieler verfügt über je einen kompletten Alphabetsatz aus Buchstaben-Chips. Wichtige Buchstaben sind mehrfach vorhanden. Das Spielfeld ist eine kanariengelbe Plastikplatte mit einer Drehscheibe in der Mitte. Man kann diese um 180 Grad drehen, wobei ein Gummiband gespannt wird. Eine Auslösetaste läßt die Scheibe in ihre Ausgangslage zurückspringen.

Zunächst denkt sich jeder Spieler ein Wort mit bis zu zehn Buchstaben aus und setzt es – zur eigenen Kontrolle – auf den steil abfallenden Spielfeldrand, wo es dem Blick des Gegenspielers entzogen ist. Von dort wird es auf die Drehscheibe übertragen. Dabei allerdings vermengt man die Buchstaben wahllos. Wenn beide Spieler mit ihren Vorbereitungen fertig sind, also einen rechten Wortsalat angerichtet haben, wird die Scheibe gedreht.

Eilig fischt man sich dann aus dem zweiten Buchstabensatz die vorgegebenen Lettern. Daraus ist ein brauchbares Wort zurechtzupuzzeln. Als richtige Lösung gilt nicht nur das gegnerische Ursprungswort; auch Anagramme sind erlaubt, wenn dabei alle Buchstaben ohne Reste verbraten werden können.

Mein Weib, mit derlei Wortspielereien flink zur Hand, bot mir für meinen alphabetisch zerhäckselten KALKSTEIN zunächst nur ein SEKITANKEL an, einen, wie sie herausfordernd unterstellte, mir sicher geläufigen Begriff aus der christlichen Seefahrt.

Mein barsches "Nein" zwang sie zunächst zu einem KLEINASKET, doch schon Sekunden später hatte sie die Lösung, während ich immer noch zwischen einer DUSCHKANNE, dem HACKENSUND, einem schier köstlichen HUNDESNACK und den beliebten SACHKUNDEN pendelte...

Wer auf den Auslöser tasten darf, weil er die Lösung oder ein zulässiges Anagramm vorweisen kann, kassiert die Buchstaben des Gegners als Beute. Dem stehen dann für die Folgerunde schon weniger Ausgangslettern zur Verfügung, was seinen Spielraum einschränkt. Das vordergründige Ziel jeder Spielrunde ist es, den Salat dudenfähig zu ordnen. Langfristig ist das Spiel aber darauf angelegt, den Spielpartner lettermäßig ausbluten zu lassen.

WORTSALAT, Milton Bradley, Waldstr. 49, 8510 Fürth, zwei Personen, Preisempfehlung 29,95 Mark.