China beflügelt die Phantasie der deutschen Wirtschaft. Derzeit weilt eine deutsche Delegation unter Leitung des hessischen Wirtschaftsministers Heinz Herbert Karry im fernen Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Verhandelt wird über eine deutsche Beteiligung an Ausbau und Modernisierung des chinesischen Kohlebergbaus. Die deutschen Leistungen könnten sich auf eine Milliarde Mark belaufen, errechneten die Fachleute flugs. Doch im Protokoll ist darüber nichts gesagt. Otto Graf Lambsdorff, der Bundeswirtschaftsminister, hat denn auch bereits vor allzu bunten Blütenträumen der Industrie gewarnt. Pläne sind noch keine Aufträge, und die Konkurrenz in anderen westlichen Ländern ist nicht eben gering.

Stoff für ein phantasievolles Lustspiel bieten zur Zeit die britischen Lohnverhandlungen. Im ersten Akt muß Premierminister James Callaghan seine fünfprozentige Lohnleitlinie gegen den von Linken beherrschten Vorstand der Labour Party verteidigen. Die Transportarbeitergewerkschaft – mit über zwei Millionen Mitgliedern stärkste Arbeitnehmervertretung des Landes – prüft im zweiten Akt ihre Waffen, mit denen sie diese Regierungsleitlinie durchbrechen kann. Dann – die Handlung spielt inzwischen in der Provinz – durchkreuzen die Arbeitgeber der Kodak-Werke die Regierungspläne mit einem Angebot von insgesamt 13 Prozent mehr Lohn für ihre 8000 Mitarbeiter. Die kampflüsternen Gewerkschafter rufen ihre Kodak-Mitglieder trotzdem zur Streikwaffe – doch die verweigern im vierten Akt die Gefolgschaft. Sie wollen das Kodak-Werk nicht bestreiken.

Der afrikanische Himmel hängt voller Spione, vermutet die amtliche sowjetische Nachrichtenagentur TASS, die die Aktivitäten der deutschen Abschreibungsfirma OTRAG (Orbital Transport- und Raketen AG) in Zaire wieder einmal kritisiert. Nicht neue Raketen, "Himmelsspione bieten OTRAG-Geschäftsleute ihren Kunden", will ein TASS-Kommentator wissen. Und davon machen dann solche Staaten Gebrauch, die ihre Nachbarn beobachten wollen. "Tatsächlich. Ein gefährliches Geschäft", meint TASS. Ho