Transzendentale Meditation: Die gefährlichen Verheißungen eines Hindu-Mönches

Von Gerhard Seehase

Wenn Narren Bocksprünge machen, so sagten sich die Hamburger Pastoren Dietrich Sattler und Hinrich Westphal, so bedeute dies noch keineswegs, daß sie auch fliegen können. Und da den beiden hanseatischen Vertretern vom „Amt für Öffentlichkeitsdienst“ der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche nichts ferner lag, als sich in private Unkosten zu stürzen, schlossen sie eine Wette ab die genauso risikolos wie publikumswirksam war.

Sie verpflichteten sich, jedem Jünger der ^Transzendentalen Meditation“ (TM) des Maharishi Mahesh Yogi 1000 Mark aus, der eigenen Tasche zu zahlen, der für die behauptete Fähigkeit, ohne Tricks und fremde Hilfe zehn Sekunden in der Luft zu schweben, den Beweis antreten könnte, „Das Abheben des Körpers vom Boden ohne fremde Hilfe“ als Resultat einer „optimalen Gehirnfunktion“ durch transzendentale Meditation ist bislang allenfalls durch Photos „belegt“: Da schwebt zum Beispiel im Schneidersitz ein fröhlich lächelndes Mädchen mit gefalteten Händen durch die Luft, während eine gleichfalls lächelnde Kollegin einen halben Meter tiefer auf dem Boden der Tatsachen sitzt.

„Je höher Sie fliegen, desto glücklicher sind Sie“, wird den TM-Jüngern von Maharishi Mahesh Yogi versprochen.

Mit Photos läßt sich manches machen. Indessen brauchen die beiden Hamburger Pastoren vom „Amt für Öffentlichkeitsdienst“ nichts weniger zu fürchten als eine gelungene Flugdemonstration in „einem von uns gestellten Raum und im Beisein eines von uns zu benennenden Kriminalbeamten sowie eines Photographen“.

So war es denn kein Wunder, daß Pastor Hinrich Westphal auf einer Pressekonferenz in Hamburg den anwesenden TM-Anhängern „sträfliche Scharlatanerie und betrügerische Versprechungen“ durch den großen Meister Maharishi Mahesh Yogi vorhalten konnte, ohne sich damit eine Klage zuzuziehen. Dabei sagte er unverblümt: „Wir legen es auf eine Verleumdungsklage geradezu an.“