DIE ZEIT

Geheimnis an der Macht

Als die Sozialdemokraten in Bonn noch in der Opposition saßen, prägte ihr damaliger Kronjurist Adolf Arndt einen berühmt gewordenen Satz: Der demokratische Staat dürfe vor seinen Bürgern nichts zum Geheimnis machen, worüber informiert zu werden sie nach der Verfassung einen Anspruch hätten.

Die Schatten der Vergangenheit

Theodor Heuss hat als Reichstagsabgeordneter im März 1933 Hitlers Ermächtigungsgesetz zugestimmt, das die wesentlichen Züge der Weimarer Verfassung außer Kraft setzte.

Nicht logisch, doch nützlich

Das Ergebnis der deutsch-deutschen Verhandlungen, das in dieser Woche in Ostberlin unterzeichnet wird, kann sich sehen lassen.

Laues Wahlurteil

Das Ende der ersten Halbzeit seiner ersten Amtsperiode wird Jimmy Carter ähnlich willkommen sein wie der Pausenpfiff den Fußballprofis.

Worte der Woche

"Wenn die zwei Millionen muslimischen Pilger, die dieses Jahr hierher kamen, sich entschlössen, unbewaffnet, barfuß und nackt zur Befreiung Jerusalems zu marschieren, könnte keine Macht der Welt sich ihnen in den Weg stellen.

Lust an Rebellion und Widerspruch

Es war ein Parteitag der Widersprüche. Da wurden Hans-Dietrich Genschers inständige Wünsche mitleidlos niedergestimmt – vom selben Parteitag, der den Parteivorsitzenden mit einer Breschnjew-Mehrheit in seinem Amte bestätigte.

Zeitspiegel

Drei spanische Bergarbeiter aus Asturien, seit zwei Monaten ohne Lohn, weil ihre Grube praktisch bankrott ist, haben sich eine etwas ungewöhnliche Methode ausgedacht, zu ihrem Geld zu kommen und zusätzlich 1600 Arbeitsplätze zu retten.

Der Prediger von Pontchartrin

Das Haus Nummer 115 in der Route de la Chevreuse ist alles andere als ein pompöses Heiligtum – und dennoch wirkt hier seit fünf Wochen einer der höchsten Würdenträger des Islam.

Nur die Moschee trotzt noch den Panzern

Der Generalstreik fand nicht statt. Die Mullahs hatten ihn für denvorigen Sonntag ausgerufen. Es war die erste Kraftprobe mit dem neuen Militärregime des Schahs.

Die Russen sind der Feind

Die Nachfolger Mao Tse-tungs tun sich schwer mit dem Erbe des Großen Steuermannes. Wenn sie ihre Modernisierungspolitik verwirklichen wollen, müssen sie seine grundlegenden Gedanken auf den Kopf stellen.

Wolfgang Ebert: Wahllokomotiven

Und so hat alles angefangen: Zunächst fiel die öffentlichkeit aus allen Wolken, als sie durch eine genau gezielte Indiskretion erfuhr, daß Carl Carstens wegen einer längst verjährten Jugendsünde womöglich nicht Lokführer werden darf.

Aufs Chaos zu

Der Ministerpräsident von Rhodesien hatte wohl kaum damit gerechnet, daß die Debatte des britischen Parlaments in der vorigen Woche zur Aufhebung der Sanktionen führen würde, die die Vereinten Nationen 1965 gegen sein Land verhängt hatten.

Schattenboxen in Jerusalem

Als wäre Menachem Begin ein anderer geworden: seine Augen sind müde, seine Mundwinkel heruntergezogen, tiefe Falten durchziehen die Stirn.

Die Rechte marschiert

Es wird in Spanien keinen Staatsstreich geben!" Dieser beruhigend gemeinte Satz des Verteidigungsministers Gutierrez Mellado hat in der Öffentlichkeit eine Diskussion darüber ausgelöst, ob die Gefahr einer gewaltsamen Änderung der politischen Verhältnisse tatsächlich existiert.

Die Verkehrswege werden ausgebaut

Es war gewiß nicht der reine Zufall, daß der Abschluß der deutsch-deutschen Verkehrsverhandlungen an genau dem gleichen Tage bekanntgegeben wurde, an dem Berlins Regierender Bürgermeister seine Antrittsrede als Präsident des Bundesrates hielt.

Wahlsieg

Eine "Schande für die Demokratie" nannte Indiens Ministerpräsident Desai den Erfolg seiner Vorgängerin, die 1977 wegen ihrer diktatorischen Praktiken abgewählt worden war.

Sehnen nach dem Fuchs

Vizepräsident Stücklen: "Herr Abgeordneter, gestatten Sie: Es steht nirgends in der Geschäftsordnung, daß der Präsident seine Zustimmung geben muß, wenn Sie zitieren wollen.

Weg vom Schnüffelstaat

Dieser Beschluß trug bereits der nunmehr gefestigten Erkenntnis Rechnung, daß der Extremistenbeschluß von 1972 am Anfang eines Irrwegs stand.

Scheinwahl

Beide Parteien sind, künstlich von den regierenden Militärs geschaffene Gebilde: die Allianz für die nationale Erneuerung (Arena.

Falschspiel

Südafrika hat umgehend alle Behauptungen zurückgewiesen, es bereite eine Invasion vor, aber unmißverständlich sein Recht auf die Verteidigung Namibias gegen Swapo-Rebellen aus Angola herausgestellt.

Im Namen des Volkes – Freispruch

Die schauerliche, beklemmende Wirklichkeit der Prozesse gegen den Genozid der Juden schlägt immer wieder durch: Im 5. Frankfurter Auschwitz-Verfahren wurde der Angeklagte Willi Sawatzki nach einer Verhandlungsdauer von über zwei Jahren freigesprochen – wegen Beweismangel.

Kein Krümelkram

Zum erstenmal unter ihrem neuen Oberbefehlshaber Hans Apel ist die Bundeswehr ins Gerede gekommen: Ohne den Minister zu fragen, haben Militärs auf der Bonner Hardthöhe die Disziplinarordnung an den Bundeswehrhochschulen in München und Hamburg geändert.

"Soziale Marktwirtschaft"

Unter dem erschütternden Eindruck der politischen Vorgänge des Herbstes 1938 – erstes Wetterleuchten eines europäischen Krieges, neue Judenverfolgung, Zerstörung aller Synagogen und parteiamtlich organisierte Plünderungen fand sich in Freiburg ein Kreis von christlich gesinnten Universitätsprofessoren und von Theologen.

Nicht nur Schüler drehten durch

Mit einer roten Rose in der geballten Faust warben Frankfurts Jungsozialisten in diesen Tagen auf den Plakatsäulen der Stadt um Verständnis für die Schülerinnen und Schüler des Abendgymnasiums.

Alle dürfen mitreden

In Bemerhaven findet "großes Theater" zur Zeit vor allem hinter den Kulissen statt. Gespielt wird eine Farce, die den getreuen Stadttheaterabonnenten eher Ratlosigkeit als Zustimmung abnötigt, auch wenn es sich hierbei um Einmaliges in der deutschen Theaterlandschaft handelt.

Von Fortschritt keine Spur

Während sich das Jahr 1978 allmählich dem Ende zuneigt, wird nun endlich auch ein Gesetzentwurf verabschiedungsreif, der eben dieses Jahr gedacht war und eigentlich längst verabschiedet sein müßte: Er regelt die diesjährige Besoldungserhöhung für die Beamten.

Bonner Kulisse

Ein Gerücht, das seit geraumer Zeit die Wirtschaftspolitik schen Auguren beschäftigt, scheint gegenstandslos zu werden – doch dafür entstehen einige neue Gerüchte, überholt zu sein scheint die Vermutung, der nächste Präsident der Deutschen Bundesbank werde Wilfried Guth heißen.

Kein Grund zur Begeisterung

Die Autofahrer haben’s möglich gemacht: In den Kassen des VW-Konzerns warten Milliarden auf eine rentierliche Anlage. Der nun angestrebte Einstieg beim Computerbauer Nixdorf hat für beide Unternehmen seine Logik.

Weil Bonn schwieg...

In der Atmosphäre und Umgebung blieb mir nichts anderes übrig, als auch zuzustimmen", antwortete ein Arbeitsdirektor aus der Eisen- und Stahlindustrie seinem erstaunten Fragesteller, als dieser wissen wollte, ob sein Gegenüber am 7.

Die wilden Adler im Ruhestand

Wer mit Alitalia nach Nahost oder Afrika fliegt, der wird sich in den nächsten Monaten wundern, daß ihn statt eleganter Italienerinnen freundliche Hostessen aus Österreich und charmante Libanesinnen bedienen.

Neuer Zahlmeister Europas

In der Europäischen Gemeinschaft (EG) ist wieder einmal eine Diskussion darüber entbrannt, wer der Zahlmeister Europas ist. Vor wenigen Jahren waren es noch die Deutschen, die den EG-Partnern mit ihrem ständigen Wehklagen über die wachsende finanzielle Belastung durch das Gemeinschaftsbudget auf die Nerven gingen.

US-Konjunktur: Lieber ein Ende mit Schrecken

Der internationalen Anerkennung, die Amerikas Präsident Jimmy Carter mit seinem Stabilisierungsprogramm eingeheimst hat, steht eine eher reservierte Haltung innerhalb der USA gegenüber.

Wenn der Ölhahn dereinst nur tröpfelt

Wachsendes Unbehagen kennzeichnet das Verhältnis zwischen British Petroleum (BP), Britanniens größtem Ölkonzern, und dem Energieministerium, speziell seinem Chef Tony Benin Gestützt auf einen Beschluß des Parteitags der Labour Party will Benn das halbstaatliche Unternehmen voll nationalisieren.

Europäische Gemeinschaft: Bremst die Agrarminister!

ZEIT: Die britische Regierung sorgt sich zunehmend wegen der finanziellen Belastung durch die EG-Mitgliedschaft. Schatzkanzler Denis Healey hat kürzlich gesagt, der EG-Haushalt habe "perverse Umverteilungseffekte".

Zeitraffer

Benzin und leichtes Heizöl werden bald teurer. Die Mineralölkonzerne nennen für die Preiserhöhungen gleich mehrere Gründe: Vom 1.

"Im fünften Krisenjahr"

Weisweiler: Die Arbeitgeber haben in den letzten Verhandlungen eine Verlängerung der Urlaubszeit um zwei Tage angeboten. Wegen der Schichtarbeit ist eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit in den meisten Betrieb ben nicht möglich.

Manager und Märkte

F. Wilhelm Christians, einer der beiden Vorstandssprecher der Deutschen Bank, ist als Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken schon ein Jahr länger im Amt, als das üblich ist.

Der Solinger Zwilling

Der 13. Juni 1731 war es, als in die Rolle der Solinger Messermacher ein Zeichen eingetragen wurde, das bis heute unvermindert lebendig geblieben ist und das, als mutmaßlich ältestes deutschen Markenzeichen, mehr als zweihundert Jahre überdauert hat: das Zwillingszeichen des Solinger Messermachers Peter Henckels.

Eine Rente, die keine Rente ist

30 Jahre Renten-Gesetzgebung, geschildert an einem konkreten Fall – das liest sich wie eine Satire. Doch leider ist es bitterer Ernst.

Wäre lieber Ingenieur geworden

Sie stammen beide aus Vororten der Industriestadt Dortmund, die nicht gerade zu den Prominentenvierteln zählen. Sie sind beide Arbeiterkinder und beinahe gleichaltrig.

Keine Linie

Die Verunsicherung des Aktienmarktes hielt an und führte trotz gelegentlich kräftiger Zwischenerholungen zu im Trend weichenden Kursen.

ZEIT spart Geld

Versichert sind alle Gläser in Fenstern und Türen der Versicherungsräume – auch soweit sie Gebäudebestandteile sind –, Schrank- und Bilderverglasungen, Stand-, Wand- und Schrankspiegel sowie Glasplatten jeder Art, wenn die einzelne Scheibe nicht größer als drei Quadratmeter ist.

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