Bolivien erlebte am vergangenen Freitag den zweiten Militärputsch des Jahres und den 188. seiner Geschichte. General Pereda mußte gehen, Armee-Kommandant Padella übernahm die Macht.

Der neue Regierungschef kündigte für den Juli 1979 freie Wahlen an und versprach, daß am 6. August 1979 ein ziviler Präsident die Regierungsgeschäfte aufnehmen werde. Damit kann sich im nächsten Jahr wiederholen, was im Juli dieses Jahres scheiterte, nämlich der Übergang von der Militärdiktatur zur Demokratie. Nach siebte Jahren – für bolivianische Verhältnisse ein Rekord – hatte General Banzer die ersten Wahlen seit 14 Jahren zugelassen. Sein Kandidat Pereda, gestützt von der Rechten, siegte nur dank eines massiven Wahlschwindels, der dann allerdings zu einer Annullierung der Abstimmung durch das Oberste Gericht führte. In diesem Augenblick putschte Pereda.

Nach vier Monaten müßte er nun gehen. Der starke linke oder junge Flügel der Offiziere versagte ihm die Gefolgschaft, als er Wahlen erst 1980 durchführen wollte. Pereda verfolgte zu ausgesprochen die Interessen der weißen und wohlhabenden Minderheit im östlichen Tiefland Boliviens; die neue Regierung wie die UDP verstehen sich als Vertreter der Mehrheit im westlichen Hochland. Ob sie freilich ihre versprochenen Sozialreformen – durchführen können, steht dahin. Gegen solche Versuche fand sich bisher immer eine putschende Offiziersclique. H. B.