Die Kabinette der Bundesländer debattieren umständlich darüber, ob sie nun 23 oder 70 oder vielleicht gar 85 Flüchtlinge aus Indochina aufnehmen sollen. Derweil sterben täglich Hunderte im südchinesischen Meer und vor den Küsten Malaysias. Allabendlich bringt uns das Fernsehen das Grauen ins Wohnzimmer. Können die Flüchtlinge nicht mehr erwarten als Zögern und Zagen im Westen? Niedersachsens Ministerpräsident Albrecht hat versucht, ein Zeichen zu setzen: Er will 1000 Vietnam-Flüchtlingen Asyl gewähren. Aber statt es ihm gleichzutun, unterstellen ihm andere Landesregierungen, er sei schnöde auf Profilierung aus, er übernehme sich gar. Die Quotenfuchser führen das große Wort.

Einen Lichtblick gibt es bei alldem immerhin: die große Zahl privater Hilfsangebote, die jetzt in Hannover eingehen. Die Deutschen scheinen besser als die Regierenden zu wissen, was die Bundesrepublik, die viertgrößte Industriemacht dieser Erde, der Welt an Humanität schuldig ist.

Vy.