Heinz Nixdorf hat einen Partner gefunden, der ihm für die weitere Expansion seines Computer-Konzerns Geld gibt, ohne ihn die Macht zu kosten: Nach dem Scheitern der Verhandlungen mit dem Volkswagenwerk wird nun die Deutsche Bank zum Jahresanfang 1979 zweihundert Millionen Mark in das Paderborner Unternehmen stecken.

Dazu wird das Grundkapital der Nixdorfer Computer AG von 105 auf 140 Millionen Mark erhöht, der Kurs der neuen Aktien beträgt 285 Mark je 50-Mark-Aktie. Die Finanziers aus Frankfurt halten dann 25 Prozent in Paderborn.

Die Deutsche Bank will jedoch die Nixdorf-Papiere nicht behalten. Bis zum 30. Juni 1981 sollen sie "breitgestreut plaziert" und "an der Börse eingeführt" werden, wie es in einer gemeinsamen Erklärung von Nixdorf und dem Bankhaus heißt.

Nixdorf findet für die neue Lösung seiner Finanzierungsprobleme nur lobende Worte: einen "optimalen Schritt" nennt er den Einstieg der Bank in sein Unternehmen. Der Selfmademan aus Paderborn – vor 26 Jahren hat er in seiner Heimatstadt das "Labor für Impulstechnik" gegründet, heute beschäftigt der Nixdorf-Konzern weltweit rund 10 000 Leute und peilt einen Jahresumsatz von einer Milliarde Mark an – hatte nie verhehlt, daß er Geld braucht. Das Kapital sollte jedoch nicht dazu dienen, ein angeschlagenes Unternehmen zu sanieren, es wurde vielmehr gesucht, um weiteres Wachstum auch in Zukunft möglich zu machen.

Denn diese technische Entwicklung von Computern geht immer rascher, nur ausreichende Finanzmittel – oder die Beschränkung auf ganz bestimmte Märkte und Gerätetypen können hier ein Überleben sichern. In Nixdorfs Markt der kleinen elektronischen Datenverarbeitungsanlagen drängen außerdem potente Konkurrenten: Die Hersteller von Großcomputern ebenso wie die Produzenten von billigeren Rechnern.

Hauptanbieter in diesem Markt der kleinen und mittleren Computer in der Bundesrepublik aber ist Heinz Nixdorf, ihm versuchen deshalb alle Kunden abzujagen. Management und Eigentümer des Paderborner Unternehmens sind nicht bereit, diesen Wettbewerb in eine Marktlücke auszuweichen. Sich ihm zu stellen, bedeutet aber zusätzlichen Kapitalbedarf, der sich aus eigenen Quellen bei dererreichten Unternehmensgröße nicht mehr schöpfen läßt.

Zwei mögliche Auswege waren von dem 54jährigen Nixdorf in den letzten Jahren immer wieder genannt worden: Entweder "ein starker Partner, möglichst ein multinationaler Konzern", oder "Zugang zum Kapitalmarkt, etwa über die Börse". Für beide Lösungen war er durch die Rechtsform der Aktiengesellschaft offen.