Bei derart attraktiven Campingplätzen kann es natürlich vorkommen, daß Anlagen, die kleiner als die genannten mit ihren mehreren hundert Stellplätzen sind, in manchen Wochen vollbesetzt sind. Besonders für die Weihnachtstage, wegen der kurzen Dauer des Sonnenscheins gar nicht einmal die günstigste Zeit fürs Wintercamping, zeichnen sich Engpässe ab. Allerdings hat sich das Netz winterfester Terrains in den deutschen Mittelgebirgen und im Alpenraum immer mehr verdichtet, und jeder Interessent findet noch irgendwo ein Plätzchen: auf dem riesigen Platz Lechbruck im Allgäu etwa, in dessen Umkreis von 30 Kilometern der Skisportler die Wahl unter mehr als 200 Skiliften hat. Oder in Bad Feilnbach in der Nähe des Wendelstein, dessen Campinggästen eigene Skikurse angeboten werden.

Eine Vorausbuchung, im Sommer bei den Zeltplatzbesitzern oft verpönt, ist für den Stellplatz im Winter immer angebracht. Zumindest die Telephongroschen für die Frage, ob noch Platz sei, sind nie verschwendet, wenn die Caravanurlauber nicht Gefahr laufen wollen, die Nacht auf einem kalten Parkplatz verzittern zu müssen. Kurzentschlossenen gibt der DCC, Tel. (0 89) 33 40 21, in Zeiten großen Andrangs Auskunft, wo es zweckmäßig ist, mit der Suche zu beginnen.

Zu den weihnachtlichen Engpässen tragen aber auch die Camping-"Rallyes" bei – keineswegs Veranstaltungen, bei denen die erwarteten 15 000 Teilnehmer mit sportlichen Leistungen brillieren müssen. Die "Großfamilie" der Camper hält eben ihre Wintertreffen ab, vom DCC koordiniert. Und an manchen Plätzen werden auch Tannenbäume für das Familienfest bereitgehalten. Die Rallyeziele liegen über die gesamte Bundesrepublik verstreut; auch lokale Campingklubs führen solche weihnachtlichen Wintertreffs durch.

Caravaner, denen inländische Schneesportziele keinen Reiz mehr bieten, finden auch in den angrenzenden Alpenländern mittlerweile gute Voraussetzungen für ihr Hobby. So etwa in den Schweizer Nobelorten Grindelwald, Adelboden oder Davos. Auch in den französischen Pyrenäen gibt es bereits Wintersportcampingplätze.

Im hohen Norden wurden ebenfalls schon Caravangespanne auf verschneiten Straßen gesehen. Ziele sind die norwegischen Wintersportorte Geilo und Voss oder das schwedische Ski-Mekka Äre. Auf etlichen der nordischen Plätze können auch einfach ausgestattete Holzhütten gemietet werden – eine Alternative für Camper, die die hier doch sehr niedrigen Temperaturen fürchten oder denen der Gedanke an die mühselige Anfahrt über enge, verschneite Straßen nicht behagt.

Zwar benötigen Wohnwagenchauffeure im Grunde keine besonderen Fähigkeiten am Steuer – solange sie im Winter vorsichtig genug fahren und sich an die Hauptstraßen halten. Die landschaftliche Schönheit einer bergigen Nebenstrecke kann nämlich auf einspuriger Strecke mit glattgefahrenem Schnee bei Gegenverkehr schnell alle Reize verlieren. Und wer sich schon im Sommer mit dem Wohnwagen am Haken unsicher fühlt, sollte ihn im Winter in der Garage lassen.

Wer dennoch nicht auf zünftiges Wohnwagenleben verzichten mag, kann auf etlichen Campingplätzen Wohnwagen, mieten. Und auch beim ADAC lassen sich in verschiedenen Wintersportgebieten Caravanaufenthalte buchen. Den Gipfel winterfesten Wohnvergnügens offerieren schließlich einige Eskimos in Kanadas Norden: Sie lehren den Iglu-Bau. Die Kursteilnehmer wohnen allerdings im Hotel.