Muskelmann Arnold Schwarzenegger beschwor mich, nur ja die geistigen Energien nicht zu vernachlässigen, wenn ich meinen Körper fit trainiere;

Die Sexforscher Masters und Johnson beruhigten mich, ihre Untersuchungen gäben nicht zu der Vermutung Anlaß, daß Männer polygamer seien als Frauen;

Werner Erhard, Gründer der "est"-Bewegung, versicherte, daß ich in jedem Augenblick die Macht hätte, die Qualität meines Lebens zu ändern – und rief, am besten, ich täte es gleich auf der Stelle;

Läufer-Papst Dr. Sheehan stellte mir in Aussicht, daß ich – falls ich liefe – auch charakterlich ein wunderbarer Mensch werden würde;

Wayne Dyer, Psychologe und Autor des Bestsellers "Your erroneous zones" bestätigte, daß ich viel Geld sparen könne, wenn ich meine Neurosen mit gesundem Menschenverstand statt mit einem Psychiater anginge;

Ilana Rubenfeld, schließlich, die Gestalttherapeutin und "Body-Mind"-Prophetin, veranlaßte mich, den linken Arm zu heben, über den Kopf zu legen, ans rechte Ohr zu fassen, den Oberkörper im Stuhl nach rechts zu drehen und auf diese Weise die Flexibilität der Wirbelsäule zu stärken.

Der Anlaß für dieses Marathon in Lebenshilfe hieß schlicht "Das Ereignis", The Event – Gipfeltreffen der Gurus eines glücklicheren Lebens durch die Beschäftigung mit sich selber. 14 Stunden lang wurde in Vorträgen, Filmen und "Interaktionen" Selbsterfahrung zelebriert. Olympiade der "Ich-Dekade", wie die mit ihrem Innersten beschäftigten 70er Jahre zutreffend genannt werden.