Der akustische Wettstreit: Weshalb Fußballfans auf den Rängen singen

Von Gerhard Seehase

Es gibt Fußballfans, die selbst im Zustand äußerster Erregung den Mund nicht aufbekommen. Sie verharren starr-schweigend auf den Tribünen und unterdrücken sogar noch den Torjubel.

Es gibt Fußballfans, die während eines Spiels heiser werden, weil sie den Mund nicht zubekommen. Sie begleiten jede Aktion auf dem Rasen mit lautstarker Kritik und legen sich mit dem Nachbarn an, der es "anders gesehen" hat.

Und dann gibt es noch die Fußballfans, denen In trauter Gemeinsamkeit mit der Masse ganze Melodien von den Lippen kommen: sie singen zu Tausenden, ohne daß ihnen der "Fischer-Chor" in den Rücken fällt.

Wie auch immer, der Wettstreit auf dem Rasen hat seine harte Konkurrenz auch auf den Zuschauerrängen; und manches entscheidende Spiel wurde schon von den Rängen her entschieden. Wen zum Beispiel würde es kalt lassen, wenn im Londoner Wembley-Stadion zigtausend Menschen zugunsten der "eigenen" Mannschaft singen: "Glory, glory, halleluja..." – Oder wenn die Holländer ihre Nationalmannschaft mit dem Lied unterstützen: "En hij heeft gewonnen, de Zilvervloot" ("Und er hat geschlagen die Silberflotte").

Carusos aus Holland