Allen Risiken zum Trotz möchten mehr junge Menschen als angenommen einen eigenenBetrieb gründen. So jedenfalls interpretiert Felix Viehoff, Präsident des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken, eine Umfrage unter vierhundert Absolventen von Hochschulen und Prüfungskandidaten aus Industrie, Handel und Handwerk. Immerhin sind 22 Prozent aller Befragten fest entschlossen, Chef im eigenen Unternehmen zu werden, dreißig Prozent haben sich dazu noch abwartend geäußert. Als Argumente gegen die Selbständigkeit sind so Viehoff – das Auf und Ab der Wirtschaftsentwicklung, die schwierige, Anlaufzeit und – last not least – zu geringe eigene Finanzen genannt worden. Bemängelt wurde, daß staatliche Stellen mit’Informationen über vorhandene Erleichterungen zur Gründung eines eigenen Betriebes hinter den Berg halten.

Wer bereits Boß einer kleinen oder mittleren Firma ist, kann sich über einen Bonbon aus Bonn freuen: Bis zu 400 000 Mark pro mittelständischen Unternehmen wird der Bundeswirtschaftsminister 1979 zu den Personalkosten der Forschungs- und Entwicklungsbereiche zuschießen. Insgesamt sind dafür – vorausgesetzt der Haushaltsausschuß stimmt zu – 300 Millionen Mark im Etat eingeplant. Mit diesem Geldregen will das Ministerium das "Forschungs- und Entwicklungspotential festigen und ausbauen und die Voraussetzungen für neue Produkte und Verfahren und für zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze schaffen". Die Mittel sollen nur solchen Unternehmen zufließen, die im Schnitt der letzten drei Jahre unter 150 Millionen Mark Umsatz oder 1000 Beschäftigten blieben.

Mehr ideeller Art dürfte eine Hilfe sein, die Volker Hauff, Forschungsminister in Bonn, Unternehmen aller Größenordnungen angedeihen lassen will. Er wird die von ihm angeregte "technologische Aktion" möglichst schon zu Beginn des neuen Jahres zur ersten Sitzung einberufen und die am technischen Fortschritt und dessen Folgen beteiligten gesellschaftlichen Gruppen an einen Tisch bringen. Erörtert werden sollen, im Januar – pauschal und en detail – die Förderungspolitik des Forschungsministeriums im Bereich der Mikroelektronik und die Konsequenzen, die sich daraus für die Beschäftigungspolitik ergeben. Ho