Der Neubau der Ministerien, für Justiz, Bildung und Forschung – nun schon ein paar Jahre alte – sollte den Bundeshaushalt eigentlich entlasten. Das jedenfalls war ein Argument der Neubau-Befürworter, die auf die unökonomische Lage der früheren Ministeriumsgebäude hinwiesen.

Die Ministerien waren auf so viele Dependancen verteilt, daß oft erhebliche Dienstreisen innerhalb Bonns anfielen, wenn der Ministerialrat einer Abteilung mit dem einer anderen konferieren wollte.

Die mit der Konzentration der drei Ministerien in zwei modernen Hochhäusern vorgesehene Rationalisierung hat indes das Gegenteil von Einsparungen gebracht, wie bei der diesjährigen Haushaltsberatung offenkundig wurde.

Vor dem Haushaltsausschuß des Bundestags beklagte Justizminister Jochen Vogel Kosten und Mängel des für die Bewirtschaftung der Grundstücke, Gebäude und Räume geschaffenen technischen Dienstes. Aus Gründen der Sparsamkeit ist er für alle drei Ressorts zuständig; er wird aus Vogels Etat bezahlt.

Vogel sagte, die technischen Einrichtungen seien so ungewöhnlich kompliziert, daß sie an die Installationen einer Stadt von einigen tausend Einwohnern erinnern. Der Dienst benötigte eigentlich 100 Mitarbeiter gegenüber den 30 vorhandenen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Friedmann stellte überrascht fest, die Kosten für den Dienst zur Unterhaltung der drei Ministerien (neun Millionen) seien nunmehr so hoch wie die Gesamtkosten des Verfassungsgerichts.

Wenn die Bundesbaudirektion baut, wird es oft etwas teurer. Beweis: Obwohl Finanz- und Innenministerium eng beieinander liegen, bekommt jedes Ministerium eine eigene aufwendige Kantine. Beide sind nur rund eine Minute Fußweg voneinander entfernt.