• Herr Dr. Flick, die Flick-Gruppe hat mehr als die Hälfte des beim Verkauf der Daimler-Aktien erzielten Gewinns von 1,9 Milliarden Mark im Ausland, genauer gesagt in den USA, angelegt. Ist das der Beginn einer industriellen Emigration, oder wird hier nur das ausgeglichen, was Sie als Rückstand im internationalen Geschäft bezeichnet haben?

Flick: Ich möchte auch bei dieser Gelegenheit betonen, daß die Bundesrepublik Deutschland meine Heimat, und die Heimat meines Hauses bleiben wird. Die industriellen Investitionen in den USA dienen. – zusammen mit anderen Maßnahmen – dazu, für meine Gruppe einen größeren Anteil am internationalen Geschäft zu erreichen.

  • Bei den amerikanischen Gesellschaften W. R. Grace und Co. und US-Filter Corporation ist Flick mit jeweils etwa einem Drittel beteiligt, also nicht Mehrheitsgesellschafter. Unterstützt das nicht wieder einmal die Meinung, Ihr Haus sei stärker im Verwalten von Portefeuilles als in der eigenständigen industriellen Betätigung?

Flick: Ich fühle mich als Industrieller. Und für die Verwirklichung meiner industriellen Zielsetzungen reichen diese Beteiligungen aus. Im übrigen hatte ich weder die Absicht noch die Wahl, Mehrheitsbeteiligungen bei den beiden Gesellschaften zu erwerben oder nicht. Für den Erwerb von Mehrheiten hätte nicht nur die Kasse nicht gereicht, die Erwerbe wären auch aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich gewesen.

  • Einer der Gründe für den Verkauf des Daimler-Paketes war die aus Ihrer Sicht unbefriedigende Rendite. Daraus darf man schließen, daß die Rendite der neuen Engagements höher sind. Gilt das aber auch für die Sicherheit der Anlage?

Flick: Das einseitige Herausstellen des Renditegesichtspunktes wird unseren unternehmerischen Entscheidung gen in keiner Weise gerecht. Die Veräußerung der Daimler-Benz-Aktien ist nur vor dem Hintergrund eines großen Kataloges von Problemen, Sorgen und Aufgaben verständlich. Langfristig erwarte ich eine Zunahme der Ertragskraft meines Hauses, und an der Sicherheit der Anlagen habe ich nicht die geringsten Zweifel.

  • Den inländischen Flick-Unternehmen ist eine knappe halbe Milliarde Mark zugeflossen, 900 Millionen Mark sollen insgesamt investiert werden. Kann man sagen, daß damit so viel Geld wie möglich in den deutschen Teil der Flick-Gruppe investiert worden ist, oder wurden zugunsten der Auslandsinvestitionen Abstriche gemacht?